Unser eigenes Ego ist unser mächtigster Feind

Wir handeln egoistisch und versuchen andere zu übervorteilen. Wenn wir verstehen warum, können wir uns ändern. Das müssen wir sogar, um in Frieden zu leben.

Unterschied zwischen uns Menschen und den Tieren

Wir Menschen haben einen eigenen Körper, Verstand und eigene Emotionen. Soweit unterscheiden wir uns grundsätzlich nicht von Tieren.

Wir aber sind ständig auf der Suche eigene Vorteile durch Tricks zu erlangen – oft auf Kosten unserer Mitmenschen, von Tieren oder der Natur. Auch versuchen wir, uns stets zu verbessern, vielleicht perfekt oder zumindest besser als andere Menschen sein. Und wir haben das Bedürfnis nach Sicherheit, weil wir ständig Angst vor etwas haben.

Dieser Teil von uns wird oft „kleines Ich“, „niederes Ich“ oder kurz „Ego“ genannt. Unsere entsprechenden Gedanken und Handlungen werden „egoistisch“ bezeichnet und unser Zwang, so zu handeln als „Egoismus“.

Unser Ego denkt immer nur an sich, den eigenen Vorteil und will sich von niemand etwas sagen lassen.

Der Grund für unsere egoistische Natur liegt im Sinn des Lebens

Der Sinn unseres Egos liegt in unserem Spiel als Menschen. Wir sollen in dieser Welt als eigenständige Wesen alles Mögliche ausprobieren, um Erfahrungen zu sammeln. Das können wir nur, weil wir das Verlangen zum Probieren bekommen haben – unser Ego.

Es ist also keine Krankheit, die man heilen kann oder eine Fehlkonstruktion in uns als Menschen durch Gott. Vielmehr ist es schlicht eine Notwendigkeit für uns an diesem Spiel richtig teilzunehmen. Die Tiere haben kein Ego, weil ihre Rolle in diesem Spiel eine andere ist.

Getrieben wir unser Ego von den Voraussetzungen dieses Spiels: Wir nehmen uns als eigenständige Wesen wahr und sollen ausprobieren, was wir mit dieser Eigenständigkeit erreichen können.

Einerseits sollen wir alle Extreme versuchen, um uns dabei selbst zu erkennen. Dafür müssen wir gegeneinander spielen – also probieren Vorteile gegenüber anderen zu erlangen.

Anderseits sollen wir lernen, Verantwortung für uns selbst zu übernehmen. Das können wir ausschließlich, wenn wir die Möglichkeit haben, uns zu verbessern.

Aber in dieser Welt haben wir lediglich begrenzte Kontrolle, da wir dazu erschaffen wurden uns in unterschiedlichen Situationen zu erfahren, die wir nicht beeinflussen können. Aus dieser gewollten Unfähigkeit zur Kontrolle stammen unsere Ängste. Sie sind schlicht Teil des Spiels, damit wir lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Unser Ego hat also die Aufgabe uns zu vielen Gedanken, Emotionen und Handlungen zu verführen.

Die Folgen unserer menschlichen Handlungsweisen sind von Gott gewollt

Zum Beispiel jagen wir ständig Illusionen hinterher, weil uns unser Ego das Verlangen gibt wertvoller zu sein. Namen, Titel Schmuck, Auszeichnungen und Ausbildungsabschlüsse verleihen uns die Emotion bedeutend zu sein. Aber sie sind lediglich Illusionen, weil sie letztlich nichts über uns aussagen, sondern nur einen Anschein erwecken und die Meinungen anderer sind.

Ein weiteres Beispiel sind die Verführungen unseres Egos mehr zu sein, als wir sind. Wir erweitern uns selbst, indem wir Macht über andere Menschen erlangen und damit nicht nur über unsere Gedanken, Emotionen und Handlungen Kontrolle haben, sondern auch über deren. Durch Eigentum erweitern wir uns ebenfalls, da wir es fest mit uns verbinden. So bekommen wir die Emotion mehr zu sein, als wir sind. Diese Erweiterungen sind aber lediglich Illusionen, weil wir nicht wissen, ob richtig ist, was wir anderen Menschen vorgeben und Eigentum ausschließlich Behauptungen sind.

Wir versuchen, zu behalten, was wir haben, in der Zukunft nicht ohne was dazustehen und uns vor Gefahren des Lebens zu schützen. Aber diese Versuche sind letztlich nur Ausdruck der Ängste unseres Egos. Aber trotz unserer größten Anstrengungen kann das Schicksal uns immer noch etwas nehmen, wir verlieren alles oder sterben sogar. Somit sind Versuche, uns zu schützen auch Illusionen.

Wir jagen ihnen hinterher, weil wir uns nicht eingestehen wollen wertlos zu sein und keinerlei zuverlässige Kontrolle über unser Leben zu haben. Diese Verführungen unseres Egos sind sinnlos für uns, weil wir doch nur Illusionen nachjagen und nicht erreichen, was wir eigentlich wollen.

Der Preis dafür sich als eigenständiges Wesen selbst zu erleben

Wir sind als Menschen getrennte, eigenständige Wesen. Aufgrund dieser Trennung spüren wir keine Gemeinschaft und fühlen uns entsprechend einsam. Das ist der Preis, den wir in diesem Spiel uns als eigenständige Wesen zu erleben zahlen müssen.

Diese Welt ist lediglich eine Illusion. Wir sind nicht unser Körper, sondern ausschließlich unsere Gedanken und Emotionen. Entsprechend erkennen wir in dieser Welt unseren Wert nicht, weil in ihn nur materielle Dinge wertvoll scheinen. Somit ist unser Gefühl wertlos zu sein auch ein Preis in ihr zu existieren.

In unserem Spiel Erfahrungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu sammeln, müssen wir den Eindruck haben schutzlos von äußeren Einflüssen abhängig zu sein. Solange uns der Schutz Gottes bewusst ist, können wir diese Erfahrungen nicht machen. Wir würden dann die Konsequenzen unsere Entscheidungen nicht erkennen. Entsprechend sind unsere Ängste auch ein Preis, den wir in dem Spiel eigene Erfahrungen zu sammeln zollen müssen.

Ein selbstsüchtiges Leben ist letztlich sinnlos

Das Ego funktioniert, weil wir hoffen angenehme Emotionen erlangen zu können, wenn wir seinen Verführungen folgen. Aber unsere größten Bedürfnisse erfüllen uns sie nicht, weil sie in diesem Spiel nicht bekommen können.

Entsprechend nutzlos ist unser Ego für uns. Aber es schadet uns, weil wir sinnlos Illusionen nachjagen und damit unsere Zeit vergeuden. Noch mehr Nachteilen erliegen wir, da es uns ständig dazu verführt Vorteile anderen gegenüber zu erlangen. Jedoch begegnen wir in diesem Spiel unseren eigenen Spiegelbildern – und erleiden dadurch selbst Nachteile. Auch werden wir durch unser Ego einsam, weil wir uns durch seine Verführungen stets von anderen Menschen distanzieren. Und es hält uns davon ab Hilfe von anderen anzunehmen, weil wir alles selbst ausprobieren wollen. Einen Nutzen hat unser Ego für uns nicht – abgesehen von der Möglichkeit an diesem Spiel richtig teilzunehmen.

Entsprechend ist unser Ego unser mächtigster Feind!

Und das Gemeine an ihm ist, dass er ein Teil von uns selbst ist. Wir können ihn nicht sehen, nicht anfassen und ihn nicht mit Medikamenten bekämpfen. Selbst wenn wir Selbstmord begehen, töten wir es nicht, weil wir dann in einem anderen Leben zusammen mit ihm wiedergeboren werden.

Viele von uns können ihr Ego nicht eigenständig kontrollieren, sie handeln zwanghaft egoistisch. Das ist Egoismus. Er ist heute das größte Problem hier auf der Erde, wie die meisten Menschen inzwischen erkannt haben.

Selbstsüchtig Versuche, in Frieden zu leben funktionieren nie

Natürlich mögen wir alle das egoistische Verhalten anderer nicht. Wir fordern sie stets und ständig dazu auf, ihren Egoismus zu kontrollieren und zu überwinden. Gesetze, Verträge, Kontrollen, Grenzen, Geld und vieles mehr existieren nur zu diesem Zweck. Aber unser eigenes Ego wollen wir nicht einschränken. Das ist wieder egoistisch.

Versuche, anderen Menschen ihr egoistisches Verhalten auszutreiben, können nicht funktionieren. Sie sind ein Spiegelbild von uns. Entsprechend treffen wir durch diese Bemühungen nur selbst auf Menschen, die ebenfalls versuchen, uns unser egoistisches Verhalten zu verderben. Dadurch führen diese Versuche immer zu Streit und Krieg, so wie wir sie gerade überall auf der Erde erleben.

Die einzige Möglichkeit Frieden und Wohlstand zu erlangen liegt in der Überwindung unseres eigenen Egos und der Unterwerfung unter Gottes Führung. Wenn wir unser Ego überwinden, verführt es uns nicht mehr zu unserem egoistischen Verhalten. Dadurch werden wir sensibel für die Führung Gottes, der jedem von uns helfen und uns alle zusammenführen möchte. Und wir treffen hier auf der Erde ständig unsere Spiegelbilder. Daher müssen wir uneingeschränkt liebevoll und friedlich sein, damit uns auch nur solche andere Menschen begegnen.

Um in Frieden zu leben müssen wir uns selbst aufgeben

Vom Verstand her können wir dieses noch begreifen. Aber unser Ego wehrt sich mit seiner ganzen Macht dagegen. Immer wieder lenkt es von sich ab und verführt uns zu neuem egoistischem Verhalten. Außerdem fühlt es sich grauenvoll für uns an, einen Teil von uns selbst abtöten zu müssen. Die Überwindung unseres eigenen Egos ist der schlimmste Kampf, den wir führen müssen, um in Liebe und Frieden zu leben.

Dafür gibt es nur einen Weg: Wir müssen unser Ego erst mal erkennen und es uns ständig bei allen Gedanken, Emotionen und Handlungen bewusst machen. Anschließend müssen wir jeweils für liebevolle und friedliche Alternativen entscheiden. Das schaffen wir aber nur, wenn wir die volle Verantwortung für unser ganzes Sein selbst übernehmen.

Natürlich haben wir Angst davor unser Ego aufzugeben. Ohne Gott zu kennen glauben wir, sterben zu müssen, wenn wir nicht egoistisch leben. Daher müssen wir auch lernen, mit ihm zu kommunizieren und ihm vertrauen, damit er uns führen und somit mit allem versorgen kann.