Die direkte Kommunikation mit Gott

Eine eigenständige Kommunikation mit Gott haben viele von uns nicht gelernt. Jedoch können wir sie erlernen und brauchen sie dringend, um in Frieden zu leben.

Gott interessiert sich für unsere Selbstwahrnehmung

Gott hat jeden einzelnen von uns erschaffen, um durch und von uns Erfahrungen zu sammeln. Das kann er am besten, wenn er stets mit uns verbunden ist. Also alles hört, was wir denken und spürt was empfinden. Entsprechend hat er uns genau so erfunden, dass er das alles stets wahrnimmt. Daher brauchen wir weder Priester, die für uns beten noch frommen Worte von Religionsgemeinschaften für unsere eigenen Gebete. Wir können Gott direkt alles frei und formlos mitteilen, was uns bewegt. Genau das möchte er, weil er dadurch unsere Erfahrungen so authentisch wie möglich mitbekommt.

Sinn des Lebens ist es, dass wir diese Erfahrungen machen. Also etwas ausprobieren und dann spüren, wie die Konsequenzen davon sind. Je intensiver wir dieses tun, umso wertvoller ist unser Leben für uns selbst und für Gott. Entsprechend sollen wir uns unsere jeweiligen Situationen und Emotionen so bewusst wie möglich erleben.

Dafür ist ein Gebet gut. Aber wir können das gleiche auch mit einem Tagebuch, Gesprächen mit Freunden oder in einer Psychotherapie tun: Wir beschreiben unsere Umstände und uns in ihnen. Unsere Bedürfnisse und Wünsche gehören zu unserem Empfinden, entsprechend dürfen und sollen wir sie mit benennen.

Gott hilft uns bei unseren Veränderungen

Das Gebet hat den Vorteil, dass wir uns gleichzeitig unter Gott demütigen und ihn um Hilfe bitten. Dadurch wird uns bewusst, dass wir ohne ihn nichts können, ihn für alles benötigen und ständig von ihm abhängig sind. Durch diese Demut betrachten wir diese Welt, unsere Mitmenschen und uns selbst anders. Wir gehen viel sorgsamer, sparsamer und liebevoller mit allem um. Unabhängig ob Gott unsere Gebete erhört, verändern sie uns bereits, ohne dass er irgendwas unternimmt.

Dennoch möchte er uns helfen. Aber Sinn des Lebens ist es, dass wir Erfahrungen sammeln. Wir sollen also gewisse Prozesse durchmachen und uns in ihnen aktiv spüren. Das braucht Zeit. Diese Erfahrungen würde uns Gott nehmen, wenn er unsere Gebete sofort erhört. Auch ist der Sinn des Lebens, dass wir selbstständig werden. Würde er unsere Gebete stets erfüllen, würden wir nie selbstständig werden – also ebenfalls den Sinn des Lebens verfehlen. Davor bewahrt uns Gott, indem er sie oft nicht erhört.

Jedoch hilft er uns meist nachdem wir alles selbst ausprobiert haben was wir eigenständig versuchen können und damit keine Lösung finden. Dann bekommen wir kleine Hinweise von ihm, wie wir unser jeweiliges Problem doch selbstständig lösen können. Sie erhalten wir auf ganz unterschiedliche Wege. Manchmal gibt uns Gott entsprechende Gedanken zur Lösung. Teilweise nutzt er unsere Freude oder Feinde, uns Anregungen nennen. Vielleicht hören wir per Zufall ein Gespräch Dritter oder stoßen beim Zappen im Fernsehen auf hilfreiche Lösungsmöglichkeiten.

Wir müssen lernen, Gott zu verstehen

Unsere Aufgabe dabei ist es also stets offen durchs Leben zu gehen und überall Gott und seine Hilfe zu suchen. Das schaffen wir am besten, wenn wir uns und unsere Gedanken nicht ständig mit Sinnlosigkeiten ablenken. Wir sollten also auf alles im Leben verzichten, was wir nicht wirklich brauchen. Je stiller wir dabei in unserem Inneren werden, umso einfacher kann Gott uns direkt Gedanken geben. Oder wir gelangen durch unsere Intuitionen zu bestimmten Zeiten an entsprechende Orte, an denen wir diese Hinweise bekommen.

Oft reichen kleine Hinweise von Gott aus, um unser Leben deutlich zu verbessern. Durch welche von ihnen auf gesunde Ernährung können wir uns Krankheiten ersparen und sind kraftvoller. Anschließend haben wir einen höheren Bewegungsdrang und gehen mehr spazieren. In der Natur erfahren wir Stille und haben Zeit zum Nachdenken. Dabei werden wir innerlich ausgeglichener und ersparen uns dadurch unnötige Konflikte untereinander.

Vielleicht kommen wir dabei auch mit Menschen ins Gespräch, die uns weitere Hinweise für andere Problemlösungen geben. Unser Leben ist also zusätzlich abhängig davon, was wir als „Zufall“ bezeichnen. Wir verwenden diesen Begriff, weil wir viele Zusammenhänge nicht verstehen. Es geht auch gar nicht darum, dass wir alles begreifen. Es reicht, wenn wir Gott vertrauen, dass er uns zur rechten Zeit das gibt, was wir dann brauchen. Würde er uns alles vorher anbieten, müssten wir es unnötig mit uns herumschleppen und würden dadurch ermüden.

Gott hat seine Gründe, uns oft nicht zu helfen

Gott kann uns also auf vielfältige Weise mit allem versorgen. Aber oft gibt er uns auch nicht, was wir uns wünschen, sondern etwas anderes. Statt traurig zu sein, können wir schauen, ob das andere nicht viel besser für uns ist.

Vielleicht noch nicht sofort und wir müssen eine gewisse Zeit mit einem Mangel klarkommen. Dabei lernen wir Demut und werden kreativ. Diese Kreativität könnte uns zu einem späteren Zeitpunkt helfen eine neue Erfindung zu machen, die uns oder anderen Menschen ein großer Segen sein wird. Und dieser könnte dazu führen, dass uns andere geben, worauf wir lange gewartet haben.

Entsprechend sollten wir zu Gott nicht um etwas Konkretes bitten, sondern lieber unseren Mangel oder Bedürfnisse beschreiben und es ihm überlassen eine Lösung zu wählen. Oft hilft er auch erst spät oder gar im letzten Moment. Dadurch lernen wir Geduld und ihm zu vertrauen.

Manchmal bekommen wir nach unseren Gebeten aber auch genau das Gegenteil von dem, was wir erbittet haben. Wenn wir zum Beispiel für mehr Liebe in unserem Leben beten, führt Gott uns gerne mit garstigen Menschen zusammen. Um mit ihnen klarzukommen, müssen wir liebevoller werden. Und nachdem wir das geworden sind, treffen wir dann ebenfalls liebevolle Menschen, da wir oft unseren Spiegelbildern begegnen. So erfüllt Gott letztlich unser Gebet.

Gottes Wünsche an uns

Aber wir müssen auch lernen, richtig zu beten. Also Gott um das bitten, was den Sinn unseres Lebens fördert. Insgesamt hat er viel mehr Interesse unser Inneres zu verändern und zu innerem Wachstum zu verhelfen als unsere äußeren Umstände zu verbessern. Unsere egoistischen Ziele unterstützen möchte er jedoch nicht. Ein mächtiges Gebet ist zum Beispiel: „Vater, mach aus mir, was du aus mir machen möchtest“. Mit ihm zeigen wir Gott, dass wir ihm bedingungslos vertrauen, uns von ihm verändern lassen wollen und bereit sind dafür zu leiden.

Er wirkt aber auch in unserem Leben, ohne dass wir dafür beten. Mit ihm zusammen haben wir vor unserer Geburt als Mensch unsere Zeit hier grob geplant. Er muss uns durch Umstände, Zufälle und Schicksalsschläge zu den von uns gewünschten Erfahrungen führen. Wenn wir zum Beispiel ihn finden wollen, verlieren wir vielleicht fast alles in unserem Leben. Meist sind wir als Mensch ausschließlich in diesen Situationen bereit, uns auf ihn zu besinnen, ihn zu suchen und uns auf ihn einzulassen. Entsprechend sollten wir Gott für jede Art von Schicksalsschlägen danken, da er damit fast immer nur unsere Wünsche erfüllt bestimmte Erfahrungen zu machen.

Aber sein Einfluss auf uns ist begrenzt. Er hat uns den freien Willen geschenkt. Entsprechend akzeptiert er alle unsere Entscheidungen, inklusive derer nicht auf ihn zu hören. Zwar wird er nicht müde zu versuchen über unsere Wünsche, Bedürfnisse, Intuition, usw. Einfluss auf uns zu nehmen, aber meist ist unser Ego stärker. Dann entscheiden wir uns für seine Verführungen. Daher müssen wir unser Ego erkennen und überwinden, um Gottes Führung zu folgen.

Gemeinsam mit Gott erlangen wir größten Wachstum

Insgesamt wirkt Gott nur selten durch große Wunder. Viel häufiger nimmt er durch kleine Hinweise, Gelegenheiten und Zufälle Einfluss. Zu ihnen führt er uns durch unsere Intuition, Wünsche und Bedürfnisse. Unser Beitrag ist dabei sie richtig zu erkennen, zu deuten und zu nutzen. Das ist der freie Wille, den Gott sich von uns wünscht: Wir sollen freiwillig seiner Führung folgen.

Wir sind also vollständig von Gott abhängig die richtigen Wünsche, Bedürfnisse und Intuitionen zu spüren. Nur durch sie können wir die Hinweise, Zufälle und Gelegenheiten von ihm interpretieren und dann die entsprechenden Gedanken, Emotionen und Handlungen wählen. Dafür brauchen wir sehr viel Erfahrungen, die wir zuvor in diesem und anderen Leben gesammelt haben. Wir können also nur leben, weil Gott uns alles in der richtigen Reihenfolge gibt.

Wenn wir auf seine Führung nicht reagieren, verpassen wir etliche Chancen. Aber oft wiederholt er entsprechende Hilfen auch auf unterschiedliche Weisen, weil er uns helfen möchte. Je intensiver wir mit ihm kommunizieren, umso leiser werden seine Unterstützungen. Wir sollen immer sensibler werden, sodass er irgendwann uns vollständig durch direkte Kommunikation führen kann. Also nur über unsere Gedanken, Intuition, Gewissen, Wünsche, usw., die er uns gibt.

Dabei müssen wir jeder ganz individuell lernen, wie Gott mit uns kommuniziert. Jeder Mensch ist unterschiedlich sensibel und hat andere Empfindungen. Entsprechend versucht Gott, mit jedem von uns verschieden zu kommunizieren. Auch ändern wir uns im Laufe unseres Daseins. Dann passt Gott seine Kommunikation mit uns entsprechend an. Somit gibt es keine allgemeine Anleitung ihn zu verstehen.

Eigenständigkeit und gleichzeitiges Zusammenwirken

Durch den Kontakt mit Gott werden wir unseren Mitmenschen und dem gesamten Leben gegenüber sensibler und können besser zum Wohle aller beitragen.

Wir gelangen an den Punkt, dass wir uns hauptsächlich auf unsere Gefühle verlassen. Spüren wir bei etwas inneren Frieden, ist das ein Hinweis, dass wir Gottes Willen entsprechen oder auf dem von ihm gewollten Weg sind. Mit der Zeit werden wir süchtig nach diesem Frieden und denken nicht mehr über Möglichkeiten nach, die uns bereits beim Denken an sie ein Unwohlsein bescheren.

Unsere Freude ist ein Indiz dafür, dass wir uns mit etwas in seinem Sinne beschäftigen. Allerdings müssen wir hierbei aufpassen. Freude können wir leicht mit Emotionen verwechseln, die unser Ego hervorruft.

Unser Leben ist insgesamt sowohl für uns, als auch für Gott, eine ständige Gratwanderung zwischen unserer Eigenständigkeit und der Kommunikation miteinander. Jedoch sind wir es, die diese Verständigung lernen müssen. Nachdem wir uns für unser Spiel als Mensch zu leben von ihm getrennt haben müssen wir uns wieder mit ihm verbinden, um zu seinem uneingeschränkten Frieden zurückzukehren.