Der Sinn des Lebens

Sinn des Lebens ist, uns selbst zu erfahren und die Verantwortung für unser gesamtes Sein in allen Situationen zu übernehmen. Unser Ziel ist die reine Liebe.

Das Problem, sich selbst zu erfahren

Gott ist. Er ist einfach, was er ist. Aber was ist er? Er möchte sich selbst erkennen und herausfinden, was und wie er ist. Aber das ist nicht einfach. Zwar kann er sich leicht anschauen und dabei sehen, wie er ist. Aber er spürt sich nicht und erkennt die Folgen seines Seins nicht.

Um sich selbst zu spüren, braucht man die Möglichkeit, mit etwas in Kontakt zu gelangen. Erst dann kann man sich selbst spüren. Allerdings spürt man sich dabei nur von innen. Zum Beispiel kann man respektlos sein. Das mag sich gut anfühlen, weil man sich dabei einbildet etwas Besseres zu sein. Um sich aber als etwas Besseres zu betrachten braucht man ein Gegenüber, das schlechter ist. Und wie fühlt es sich an, wenn man etwas Besserem begegnet?

Es ist unmöglich sich selbst gleichzeitig von innen und von außen spüren. Um sich selbst zu spüren braucht man etwas, an dem man sich spüren kann. Man muss also in etwas sein, um sich von innen zu spüren. Gleichzeitig muss man auch außerhalb von sich selbst sein, um sich von außen zu spüren. Ohne diese Möglichkeiten kann man sich selbst nicht vollständig spüren.

Weiterhin interessant ist es die Auswirkungen des eigenen Seins zu erleben. Was passiert zum Beispiel mit mir selbst, wenn ich mich nicht hinreichend um mich selbst kümmere? Welche Konsequenzen hat das für mich und wie fühlen sich diese an? Um sich selbst zu erfahren braucht man also die Möglichkeit alles auszuprobieren und die Auswirkungen davon zu erkennen bzw. zu spüren.

Gott ist zwar allumfassend, allmächtig und allwissend. Aber diese Erfahrungen kann er nicht machen. Weil er allumfassend ist, kann er nicht in sich und nicht außer sich sein. Weil er allmächtig ist, hat sein eigenes Sein keine Konsequenzen. Und weil er schon alles weiß, kann er nicht die Erfahrung machen, etwas nicht zu wissen.

Die Lösung des Problems liegt in der eigenen Teilung

Für das alles kam Gott auf die Idee ein Spiel zu erfinden: Er teilt sich selbst in kleine Einheiten, die vergessen ein Teil des Ganzen zu sein. Für sie erschafft er eine geschlossene Umgebung, in der sie alle diese Erfahrungen machen können. Er erfährt sich selbst, indem er die einzelnen Erfahrungen dieser Einheiten in sich vereint.

Die Einheiten sind wir Menschen, die Tiere, Pflanzen, Steinen, usw. Die Umgebung ist unsere drei dimensionale Welt, bestehend aus diesen Einheiten mit jeweils ihren eigenen Gesetzen.

Unsere Aufgabe in diesem Spiel ist es, alles auszuprobieren und dabei zu erfahren, wie es sich anfühlt.

Um uns selbst zu erkennen, ist das Leben eine Art Spiegel. Wir erkennen uns selbst, indem wir Spiegelbildern von uns selbst begegnen: unsere Mitmenschen. Wenn wir zum Beispiel jemand bestehlen, begegnen wir jemand, der uns bestiehlt. Auf diese Weise probieren wir aus, wie es ist zu stehlen und bestohlen zu werden. Dabei erleben wir alles was wir uns einfallen lassen aus beiden Perspektiven.

Die äußeren Rahmenbedingungen für die Selbsterfahrung

In diesem Spiel ist es wichtig, dass wir es nicht kennen. Wir würden zum Beispiel niemand bestehlen, wenn wir wüssten dadurch selbst bestohlen zu werden. Entsprechend würden wir nicht alles ausprobieren, wenn wir dieses Spiel kennen würden.

Auch ist es wichtig, dass wir glauben, ein unabhängiges Individuum zu sein, damit wir eigenständige Entscheidungen treffen. Es geht genau darum die Konsequenzen derartiger Entscheidungen zu spüren und erfahren. Daher vergessen wir innerhalb dieses Spiels, ein Teil von Gott zu sein. (Aber diese Trennung ist nur eine Illusion, da wir weiterhin ein Teil von ihm sind.)

Zusätzlich benötigen wir eine Trennung zwischen den Erfahrungen unserer Handlung von innen und außen. Von innen machen wir die Erfahrung, indem wir selbst handeln und erleben was passiert. Von außen machen wir die Erfahrung, indem uns ein Spiegelbild begegnet, das die gleiche Handlung vollzieht. Unser Spiegelbild sind unsere Mitmenschen, die Trennung ist die Zeit.

Sie ist eine weitere Illusion dieses Spiels. Wir treffen also nicht direkt nach unseren Handlungen auf unsere Spiegelbilder, sondern stark zeitversetzt. Aufgrund der Trennung der beider Handlungen erkennen wir ihren direkten Zusammenhang innerhalb dieses Spiels nicht. Das ist notwendig, da wir sonst nicht mehr frei alles ausprobieren, was uns einfällt.

Viele Erfahrungen lassen sich nicht im gleichen Leben machen. Zum Beispiel kann man nicht in einem Leben ausprobieren viele Menschen zu töten und viele Male getötet zu werden. Dafür leben wir viele Male auf der Erde innerhalb dieses Spiels. Durch diese vielen Leben können wir sehr vieles in äußerst unterschiedlichen Umgebungen ausprobieren: Mal sind wir ein Mann, mal eine Frau. Mal ein Mörder, mal ein Mordopfer. Mal sind wir ein König, mal ein Bettler.

Ziele für die Selbsterfahrung als Mensch

Es geht auch darum, alles unterschiedlich intensiv auszuprobieren, also die Extreme des Machbaren zu finden. Wir sollen somit nicht lediglich einzelne Menschen töten, sondern uns ebenfalls an der Tötung vieler Menschen beteiligen – und das zusätzlich auf grausame Art und Weise. Nur so kann sich Gott in seinem gesamten Sein kennenlernen.

Bei diesem kompletten Spiel geht es auch darum, selbstständig zu werden. Also eigenständig die Erfahrungen zu machen und daher eigenständig herauszufinden, was gut und schlecht ist.

Nachdem wir alles mal ausprobiert haben wird das Spiel irgendwann langweilig, weil wir anderen Menschen nichts mehr zufügen, was wir selbst bereits erfahren haben. Dann sind wir müde und sehnen wir uns nach Liebe und Frieden.

Bei unserer Suche nach Frieden lernen wir, dass wir ihn nur in der Mitte der Gegensätze finden. Also weder töten, noch getötet zu werden. Weder stehlen, noch bestohlen zu werden. Wir sollen dabei so leben, dass wir keine eigenen Fehler mehr machen, niemand zu Fehlern verführen und gleichzeitig alle Fehler anderer akzeptieren.

Dabei erkennen wir auch, dass wir uns selbst in unserem Spiegelbild begegnen: Wir erfahren Frieden, wenn wir Frieden machen. Entsprechend müssen wir unsere Spiegelbilder, also alle Mitmenschen, lieben lernen, um uns selbst geliebt zu werden. Dabei übernehmen wir eigenständig die vollständige Verantwortung für unser gesamtes Sein: für alle unsere Emotionen, Gedanken und Handlungen in allen Situationen.

Wir lernen auch, nur gemeinsam unsere Ziele zu erreichen. Dazu gehört für jeden Einzelnen, dass er sich um sich Gedanken um das gesamte Spiel macht und herausfindet, wie er sich mit einbringen kann. Wir werden so selbstständig wie möglich und erkennen dabei, dass wir es ohne Gottes Hilfe dennoch nie schaffen. Das bringt uns zu einem Bewusstsein für ihn und seine Macht und zeigt uns unsere eigene Größe.

Zusammenfassung des gesamten Lebens von Menschen

Im Laufe dieses Spieles lernen wir es erst mal kennenlernen. Anschließend probieren wir alle Extreme aus, um am Ende zu einem Ebenbild Gottes zu werden: uneingeschränkte Eigenverantwortung mit reiner Liebe. Wenn wir das geschafft, haben endet das Spiel, wir werden nicht mehr als Mensch geboren und vereinigen uns wieder mit ihm.

Obwohl wir während dieses Spiels uns nicht an Gott erinnern sind wir die gesamte Zeit mit ihm verbunden, weil wir untrennbare Teile von ihm sind. Es funktionieren nur, weil er ständig auf uns aufpasst und jeweils unsere individuelle Umgebung so gestaltet, dass wir die gewünschten Erfahrungen sammeln können.

Unsere einzelnen Leben planen wir vor unserer Geburt als Menschen zusammen mit Gott und suchen gemeinsam mit ihm die passende Zeit und Umstände dafür aus. Sie sind also bereits vor unserer Zeugung grob von uns selbst gewählt und vorherbestimmt. Daher gibt es keinen Grund für uns, uns für die Umstände unseres Lebens zu beklagen.

Das Spiel selbst verändert sich kontinuierlich, da wir Teilnehmer uns ständig etwas Neues ausdenken und es ausprobieren. Dadurch, und weil es eine insgesamt nur eine Illusion ist, können wir es unmöglich vollständig verstehen. Das ist auch nicht notwendig, da es ausschließlich darum geht es mitzugestalten und dabei zu lernen die volle Verantwortung für uns selbst zu übernehmen.

Im Laufe dieses Spiels können wir uns an Gott, wenn überhaupt, nur schlecht erinnern und begreifen ihn nicht in seiner Gesamtheit. Das ist der Preis, den wir für diese Illusionen bezahlen. Wir zahlen ihn im Wesentlichen in den Emotionen der Einsamkeit und in der Form unserer Existenzängste. Aber es gibt keinen Grund sich dafür zu beschweren: Wir selbst haben uns für dieses Spiel entschieden, weil es insgesamt großartig ist.

Es ist nicht nur als Mensch möglich, sondern auch als Tier, Pflanze, Stein und mehr. Es gibt es neben der Erde auf anderen Planeten und in unterschiedlichen Universen mit abweichenden Spielregeln. Gott erkennt sich selbst, indem er unsere Erfahrungen als seine wahrnimmt.