Die Verantwortung für das eigene Sein

Verantwortung für uns selbst zu übernehmen klingt einfach. Aber um alle Aspekte unseres eigenen Seins zu kontrollieren brauchen wir es sehr viel Übung.

Sich selbst und seine eigenen Umstände wahrnehmen

Nachdem wir den Sinn des Lebens und unser Ego verstanden haben, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie wir damit umgehen. Am besten übernehmen wir erst mal die Verantwortung für unsere Gedanken, Emotionen und Handlungen.

Das Leben ist dafür da, uns selbst zu erkennen. Entsprechend können wir genau damit anfangen. Also möglichst viel über uns herauszufinden: Wer bin ich? Was bin ich? Wie lebe ich? Welche Ziele habe ich? Und so weiter.

Am einfachsten ist es, wenn wir uns erst unsere äußeren Umstände anschauen. Also unser Zuhause und unseren Körper. Wir können beides aufräumen und renovieren. Bestimmt fallen uns dabei schon Wünsche auf, wie wir beides noch verändern möchten. Dabei kommt es weniger auf unsere egoistischen Begierden an, als auf den Willen Gottes. Oft weiß er besser, was unserem Wohl dient.

Zu Beginn ist es nicht einfach, Gott zu verstehen. Manche von uns haben noch nie etwas von ihm gehört oder sich zumindest nicht intensiv mit ihm beschäftigt. Dennoch wissen die meisten von uns instinktiv, was gut für ihre Körper, Mitmenschen und die Umwelt ist. Wir können es aktiv in unser Leben einbeziehen und gleichzeitig alles andere entsorgen.

Die eigenen äußeren Umstände ändern

Beim Essen zum Beispiel wissen wir alle, dass Gemüse gesund und Schokolade ungesund ist. Gott möchte, dass es uns gut geht. Entsprechend sollen wir auf die Schokolade verzichten und viel Gemüse essen. Natürlich ist das ein innerer Kampf. Genau solche Kämpfe gegen uns selbst zu führen und gewinnen bedeutet die Verantwortung für uns zu übernehmen.

Gott hilft uns bei diesen Kämpfen nicht. Aber nachdem wir sie gewonnen haben, unterstützt er uns bei Problemen, die wir alleine nicht lösen können. Das können Kleinigkeiten sein. Vielleicht stoßen wir auf eine Fernsehsendung, in der uns mehr zu gesunder Ernährung gesagt wird. Wenn wir sie aufmerksam verfolgen, finden wir weitere Hinweise, wie wir noch gesünder leben können. So verbessert Gott unser Leben, indem er uns zeigt, was wir tun können.

Jedoch schreibt er uns nichts vor. Wir haben einen eigenen, freien Willen bekommen und dazu steht er auch. Er möchte, dass wir selbstständig Verantwortung übernehmen. Und zwar freiwillig. Jedoch sind wir die Leidtragende, wenn wir nicht auf seinen Rat hören. Entsprechend dumm ist es, ihm nicht zu folgen.

Sein inneres wahrnehmen und ändern

Nachdem wir unser äußeres Leben betrachtet haben können wir mit unserem Inneren weitermachen. Welche Bedürfnisse habe ich? Welche Gedanken und Emotionen? Wovor habe ich Angst und welche Sorgen mache ich mir?

Gerade am Anfang ist es schwer, die eigenen Gedanken und Emotionen überhaupt bewusst wahrzunehmen. Mit viel Übung ist es aber möglich. Es kann einige Jahre dauern bis wir alle unsere Gedanken und Emotionen ständig bewusst wahrnehmen und gelernt haben sie selbst zu bestimmen. Damit reinigen wir uns von negativen Gedanken und Emotionen und ersetzen sie durch positive. Dadurch wird unser Leben angenehmer.

Sich selbst von außen betrachten und verändern

Der nächste Schritt liegt darin negative Eigenschaften in uns zu entdecken, die uns nicht bewusst sind. Wir finden sie in anderen Menschen, die starke Emotionen in uns auslösen. Sie sind unsere Spiegelbilder und Gott hat uns zu ihnen geführt, damit wir uns selbst in ihnen erkennen. Indem wir sie genau analysieren und gemeinsame Eigenschaften in mehreren von ihnen ausmachen, begreifen wir sie auch zu besitzen.

Diesen Prozess müssen wir allerdings alleine machen. Andere Menschen helfen uns dabei weniger, da jeder jeden unterschiedlich wahrnimmt. Das liegt zu einem daran, dass sich jeder Einzelne allen anderen gegenüber anders verhält. Zum anderen ist ein Grund dafür, dass alle Menschen unterschiedliche Wahrnehmungen haben. Uns helfen also nur unsere eigenen Eindrücke.

Wir tragen die Eigenschaften in uns, die wir in anderen Menschen verurteilen. Vielleicht leben wir sie zurzeit nicht offen aus. Dann unterdrücken wir sie oder haben sie früher bzw. in einem anderen Leben gezeigt. Sie schlummern also versteckt in uns und wir wollen sie uns nicht zugeben.

Genau deshalb müssen wir sie uns bewusst machen, sie uns selbst eingestehen, sie zu bereuen und uns dann ändern. Häufig haben wir diese Eigenschaft so verinnerlicht, dass wir in bestimmten Situation immer gleich reagieren. Ständig müssen wir nach ihnen Ausschau halten, sie erkennen und in ihnen bessere Verhaltensweisen wählen. Das ist wieder ein harter Kampf gegen uns selbst.

Wenn wir ihn gewonnen haben, begegnen uns entweder solche Menschen nicht weiterhin oder uns stört ihr Verhalten nicht mehr. Indem wir Verantwortung für uns selbst übernehmen, ändert sich also unser äußeres Leben oder zumindest unsere Wahrnehmung davon. Das ist der Trick unseres Seins: Sich selbst soweit wie möglich zu ändern und den Rest Gott überlassen. Nur er ist in der Lage uns zuverlässig vor Menschen zu schützen, deren Eigenschaften schlecht für uns sind.

Die eigenen Handlungen sorgfältig wählen

Eine weitere Möglichkeit Verantwortung zu übernehmen sind unsere Handlungen. Vor jeder sollten wir uns fragen, ob wir uns die gleiche auch von anderen wünschen. Natürlich ist es angenehm selbst zu stehlen: Wir erlangen einen Vorteil dadurch. Aber da wir nicht bestohlen werden möchten, sollten wir selbst auch darauf verzichten, denn uns begegnen ständig unsere Spiegelbilder.

Allerdings geht es weniger um die Handlungen, als mehr um unsere Intensionen sie zu tätigen. Wenn wir den Wunsch verspüren, jemand zu bestehlen, sollten wir uns fragen, warum wir das Bedürfnis danach haben und daran etwas ändern.

Wir sollten alle unsere Handlungen auch von unserem Gewissen und unserer Intuition abhängig machen. Oft zeigen sie uns bereits, welche richtig sind. Wir wissen dieses tief in uns, weil wir in anderen Leben zuvor entsprechende Erfahrungen gemacht haben. Aber auch Gott hilft uns durch sie die richtigen Handlungen zu wählen.

Natürlich geht es dabei nicht nur um Handlungen die wir tätigen, sondern zusätzlich um jene, die wir unterlassen. Wir müssen anderen selbstlos dienen, damit dritte uneigennützig uns mit allem versorgen.

Allerdings kommt es auch hier wieder mehr auf unsere Intension an. Wir müssen anderen in Bereichen dienen, die sie benötigen. Dann gelangen wir an Menschen, die uns in Gebieten helfen, in denen wir Hilfe brauchen. So sorgt Gott dafür, dass alle unsere Bedürfnisse erfüllt werden. Anderen Menschen zu dienen, die man nicht kennt oder mag, ist nicht einfach. Wieder ist das ein Kampf gegen uns selbst …

Die Verantwortung für unsere sämtlichen Handlungen zu tragen ist schwer. Groß sind die Verführungen unseres Egos Versuchungen zu erliegen. Gerade, wenn wir angegriffen werden, kostet es viel Überwindung, uns nicht zu wehren oder unseren Besitz nicht zu schützen. Das ist ein weiterer innerer Kampf gegen uns selbst.

Umfang der eigenen Verantwortung

Es ist schwer, die Verantwortung für unsere gesamten Handlungen zu tragen. Groß sind die Verführungen unseres Egos unseren eigenen Willen irgendwie durchzusetzen. Wir müssen lernen Versuchungen jeglicher Art zu erkennen und ihnen zu widerstehen. Gerade, wenn wir angegriffen werden, kostet es viel Überwindung, uns nicht zu wehren oder unseren Besitz nicht zu schützen. Das ist abermals ein innerer Kampf gegen uns selbst.

Eigene Verantwortung zu übernehmen beinhaltet die Annahme, dass alles was uns widerfährt, etwas mit uns zu tun hat. Wir müssen stets auf der Suche sein, was in welchem Zusammenhang unsere Umstände mit uns stehen und wie Gott uns durch sie verändern möchte.

Wir müssen aufhören uns als Opfer zu fühlen und stattdessen ihm vertrauen. Dann kann er mit den Gegebenheiten etwas Gutes bewirken. Dafür müssen wir bereit sein, uns ihm verändern zu lassen.

Und wir müssen stets nur noch versuchen, uns selbst zu ändern. Unser gesamter Einfluss auf andere muss darin liegen, dass wir für sie ein Vorbild der Liebe sind. Dazu gehört, dass wir sie so akzeptieren und lieben, wie sie sich uns zeigen.

Vertrauen in Gott entwickeln und anwenden

Dabei lernen wir Gott zu vertrauen. Er kann uns heilen, nachdem wir verletzt wurden und mit allem versorgen, nachdem wir nichts mehr haben. Aber wir haben ständig Angst, dass er das nicht macht. Auch sorgen wir uns unablässig um unsere Zukunft. Letztlich haben wir jedoch keine andere Chance als hierfür Gott zu vertrauen. Das ist der schlimmste Kampf, den wir als Mensch führen müssen: Wir müssen jemand vertrauen, den wir nicht sehen, spüren und hören können.

Dieses Vertrauen in Gott können wir nicht an einem Tag entwickeln. Es bedarf einer langen Zeit des gegenseitigen Kennenlernens und Ausprobierens. Dieses können wir nicht alleine mit dem Verstand machen. Wir müssen etwas wagen und schauen, wie es für uns endet.

Wenn es für uns Vorteile bringt, war es vermutlich im Sinne Gottes und wir können so weitermachen. Aber wenn es schlecht für uns verläuft, ist das noch kein Hinweis, dass wir nicht in seinem Sinn Gottes gehandelt haben. Vielleicht hat er uns vorsätzlich in eine Situation geführt, in der wir etwas erkennen oder uns weiterentwickeln sollten.

Allgemein geht es darum versuchen, alleine in Frieden zu leben und sich dabei von Gott führen zu lassen. Das können wir nur, indem wir ihm vertrauen, dass er stets mit uns verbunden ist.

Verantwortung zu übernehmen bedeutet also alle eigenen Gedanken, Emotionen und Handlungen richtig zu wählen und sich gleichzeitig für den Rest auf Gott zu verlassen. Dafür müssen wir lernen mit ihm zu kommunizieren.