Die Wandlung in liebevolle Menschen

Wir sind alle egoistische Menschen. Aber das müssen wir nicht bleiben: Zusammen mit Gott können wir liebevoll werden und dann gemeinsam in Frieden leben.

Übergabe der Kontrolle über unser Leben an Gott

Wenn wir genug von unseren egoistischen Spielen haben, können wir die Einsicht erlangen von Gott abhängig zu sein und uns von ihm führen zu lassen. Am besten teilen wir ihm das in einem Gebet mit: „Gott, mach‘ du aus mir, was du aus mir machen möchtest.“ Damit machen wir uns selbst bewusst, dass wir die Kontrolle über unser Leben freiwillig an ihn abgeben. Gleichzeitig sollten die volle Verantwortung für alle unsere Gedanken, Emotionen und Handlungen selbst übernehmen.

Es klingt wie ein Widerspruch sich einerseits von Gott führen zu lassen und andererseits die Verantwortung selbst zu übernehmen. Vieles können wir alleine und brauchen ihn dafür nicht. Zum Beispiel können wir unseren Feinden ihre Angriffe gegen uns stets vergeben, statt uns gegen sie zu wehren. Jedoch brauchen wir Gott, damit er uns vor ihren Angriffen schützt, sobald wir das gelernt haben.

Zurück zur Übergabe der Kontrolle an Gott. Damit Gott uns führt, müssen wir aufhören uns von unserem Ego verführen zu lassen. Dazu gehört, dass wir auf alles egoistische ab sofort verzichten und uns nur noch bemühen liebevoll zu sein. Das klingt einfach, beinhaltet jedoch sehr viel. Zum Beispiel müssen wir aufhören Vorteile gegenüber anderen erlangen zu wollen. Damit fallen jegliche Wettkämpfe und unsere Bemühungen reich und berühmt zu werden weg.

Das Leben interpretieren lernen

Solange wir egoistisch gelebt haben, hatten wir immer Fehler bei unseren Feinden betrachtet und versucht sie zu ändern. Jetzt müssen wir entgegengesetzt vorgehen und herausfinden, warum Gott uns mit ihnen zusammenführt und entsprechend uns selbst ändern. Unsere Feinde hingegen müssen wir lieben und ihnen danken, dass sie uns angreifen. Nur so können wir uns selbst erkennen und ändern.

Oft werden wir Opfer von Feinden mit bestimmten Fehlern. Und es trifft immer wieder uns und nicht unsere Freunde. Gott will uns damit etwas zeigen: Wir sind meist selbst genauso, wie unsere Feinde. Möglicherweise sind wir es teilweise nicht mehr, waren aber auch mal so. Vielleicht in einem vorherigen Leben. Zwar bestreitet das unser Ego stets, aber es hat es einen Grund warum wir zum Opfer werden.

In unseren Feinden erkennen wir uns selbst. Unsere Fehler finden wir heraus, indem wir sie genau analysieren und Gemeinsamkeiten in mehreren von ihnen ausmachen. Am Anfang sind wir meist genauso, wie sie uns heute gegenüber sind. Unsere Aufgabe ist es sie trotz ihres Verhaltens uns gegenüber zu lieben und ihnen alles zu verzeihen. Letztlich vergeben wir damit uns selbst unsere eigenen Fehler, da unsere Feinde nur Spiegelbilder von uns sind.

Es geht auch um unsere Ablehnung Menschen gegenüber, die uns nicht persönlich angreifen. Zum Beispiel mögen wir bestimmte Menschen im Fernsehen nicht. Wenn wir diese erkennen sollten wir uns wieder fragen, warum wir sie ablehnen. Fast immer haben sie eine Eigenschaft in sich, die wir genauso in uns haben. Wir müssen uns diese Eigenschaften bewusst machen und uns entsprechend ändern.

Bei allen Menschen, die in uns negative Emotionen auslösen, müssen wir uns fragen was wir an ihnen ablehnen. Und dann müssen wir uns ändern. Manchmal geht es aber auch nur schlicht darum, dass wir ein bestimmtes Verhalten anderer lieben und ertragen lernen. Auf diese Weise verändert Gott uns. Und wenn wir uns geändert haben, begegnen uns solche Menschen nicht mehr oder uns stören sie nicht weiter.

Entsorgung von allem Egoistischen

Wir sollten uns aber nicht nur von unseren Fehlern und egoistischen Eigenschaften trennen, sondern auch von allem anderen unnötigem in unserem Leben. Das sind materielle Dinge, sinnlose Zeitverschwendungen, dumme Angewohnheiten und vieles mehr was wir nicht wirklich zum Leben brauchen. Je bewusster wir uns unsere Umgebung und Umstände machen, umso mehr fällt uns auf was wir ändern bzw. entsorgen können.

Gott hilft uns dabei. Meist durch entsprechende Gedanken, Wahrnehmungen, Hinweise oder kleine Zufälle. Vielleicht fällt uns auf, dass wir den Klodeckel nicht schließen – dann sollten wir damit anfangen. Oder uns fällt auf, dass wir beim Einkaufen viel Verpackungsmüll erzeugen – dann sollten wir darauf verzichten bzw. in Geschäften ohne Verpackungen einkaufen.

Ständig wird uns unser Ego eine Ausrede anbieten, warum das zwar richtig wäre, wir es aber (noch) nicht in Angriff nehmen brauchen. Dann müssen wir diese Ausrede als Teil unseres Ego erkennen, bewusst gegensteuern und uns sofort ändern. Indem wir sofort handeln zeigen wir Gott, dass uns seine Führung wichtig ist und wir ihm bedingungslos vertrauen.

Sich seinen eigenen Ängsten stellen

Wenn wir Ängste spüren, sollten wir zuerst unser Verhalten und unsere Absichten überprüfen. Auf alles was nicht mit Gott in Einklang ist, sollten wir verzichten. Zum Beispiel sind Autofahren und Fliegen nicht gut für die Umwelt und damit nicht in Gottes Willen. Aber auch extreme Sportarten und erpresserische Berufe sind nicht seine Absicht, weil wir mit ihnen nur unserem Ego folgen.

In anderen Fällen müssen wir uns unseren Ängsten stellen. Also genau das tun, wovor wir Angst haben. Dabei lernen wir, dass Gott uns beschützt und wir uns mit ihm zusammen auch in gefährlichen Situationen bewegen können, wenn er uns dazu auffordert.

Gott hilft uns auch durch äußere Umstände bei größeren Veränderungen. Vielleicht bekommen wir Streit an unserem Arbeitsplatz und verlieren ihn. Dadurch haben wir viel Zeit Gott zu suchen und ihn zu verstehen damit er uns für eine bessere Aufgabe vorbereiten kann. Möglicherweise verlieren wir auch viele Freunde. Wahrscheinlich passen sie dann nicht mehr zu unserem weiteren Lebensweg.

Das Schema ist letztlich immer das gleiche: Es gibt Umstände in unserem Leben, die wir nicht mögen. Dann sollten wir sie uns bewusst machen und Gründe dafür finden. Anschließend sollten wir uns oder unser Umfeld entsprechend ändern. Das bedeutet es die Kontrolle an Gott zu übergeben und gleichzeitig die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.

Gott verstehen lernen und seiner Führung folgen

Dabei lernen wir sensibel für die Hinweise Gottes zu werden. Oftmals gibt er uns Wünsche, Intuitionen oder Gedanken, denen wir folgen sollen. Im Laufe der Zeit nehmen wir sie immer bewusster wahr. Auch, wenn sie uns noch sinnlos erscheinen oder uns gar großen Schaden bescheren sollten wir ihnen folgen. Gott will uns auf diese Weise verändern oder auf einen besseren Weg bringen. Dabei geht es nicht darum, dass der Weg aus unserer egoistischen Sicht besser ist, sondern besser für Gott und seine Liebe zu uns Menschen, Tieren und der restlichen Natur.

Wir müssen also lernen, welche Hinweise von Gott kommen und welche von unserem Ego. Unser Ego will uns genauso verführen, wie Gott uns führen möchte. Unsere Aufgabe ist es herauszufinden, zwischen unserem Ego und Gott als Ursprung der Führung zu unterscheiden und uns stets für Gottes Wege entscheiden.

Ihm geht es im wesentlichen darum, uns innerlich zu verändern. Gott möchte, dass wir ihn, uns, andere Menschen und die Natur lieben und dienen. Und zwar bedingungslos, also unabhängig von noch möglichen Fehlern und Macken anderer bzw. Aufwand für uns.

Aber geht es nicht darum, dass wir nur noch anderen dienen. Vielmehr geht es um ein ausgewogenes Leben zwischen lieben und dienen auf der einen Seite und sich lieben und bedienen lassen auf der anderen Seite. Auch sollten wir genauso unser Leben genießen und manchmal einfach nichts tun. Gott möchte aus uns Vorbilder für andere machen, ohne dass wir sie darauf hinweisen. Sobald wir aus Gottes Sicht gute Vorbilder geworden sind, wird er andere Menschen auf uns aufmerksam machen.

Dabei es geht nicht darum ein universelles Vorbild zu sein. Wir sollen unseren individuellen Weg durchs Leben finden und gehen. Dieser kann für jeden Menschen ganz unterschiedlich sein. Gott gibt uns zur Orientierung Wünsche, Bedürfnisse, Intuitionen, Träume, Äußerungen von Freunden und Feinden, Nachrichten im Fernsehen und einfach alles im Leben. Unsere Aufgabe ist es diese Wegweiser zu finden, sie zu interpretieren und ihnen zu folgen.

Schwierige Zeiten mit Gottes Hilfe überstehen

Für diesen Weg wird Gott uns alles geben, damit wir ihn gehen können. Aber wir bekommen nicht alles sofort. Manchmal müssen wir auch lange darauf warten oder selbst versuchen es zu erlangen. Während dieser Zeit versorgt uns Gott mit dem, was wir in ihr benötigen oder wir sollen lernen vorübergehend mit einem Mangel zu leben. Schließlich geht es stets auch darum, dass wir lernen selbstständig zu werden und eigenständig Probleme lösen.

Diese Zeit der Wandlung vom egoistischen Leben hin zum liebevollen Leben im Einklang mit Gott ist meisten sehr schwer. Wir werden mit unseren eigenen Fehler konfrontiert, müssen selbstständiger werden und die Kommunikation mit Gott lernen. Aber Gott mutet uns nie mehr zu, als wir leisten und ertragen können. Er kennt uns viel besser als wir selbst und weiß somit genau wie viel wir aushalten. Gott geht es nicht nur darum uns zu verändern, sondern er möchte uns anschließend auch gebrauchen. Deshalb gibt er sich sehr viel Mühe mit uns ganz individuell und uns als Menschheit.

Das Fatale an unserer Wandlung ist, dass wir erst von Gott hören, uns auf ihn einlassen und dann heftig leiden. Viele Menschen frustriert das so sehr, dass sie sich von ihm wieder abwenden und zu ihrem egoistische Leben zurückkehren. Diesen Fehler sollten wir nicht machen, weil wir auf dem Weg nie aus dem Teufelskreis der Versuchungen unseres Egos herauskommen. Vielmehr sollten wir uns stets bewusst machen, dass diese Zeit sehr schwer für uns sein kann.

Natürlich werden wir während dieser Wandlung auch immer wieder Rückschläge haben. Dann müssen wir erneut alle unsere Kraft aufbringen und es solange nochmal versuchen, bis wir ein Schritt vorankommen. Statt in Frust zu verfallen, sollten wir uns in Geduld üben.

Leider gibt es keinen festen Zeitrahmen, wie lange unser Leiden andauern wird. Je mehr wir zu bereinigen und verändern haben, umso länger dauert es. Beschleunigen können wir es nur, indem wir intensiv mitarbeiten und uns immer wieder an Gott wenden. Da es aber um unser Wachstum geht, müssen wir manchmal einfach stark werden, um weiterzukommen. Das dauert einfach eine gewisse Zeit und wir brauchen schlicht Ausdauer für sie.

Ziel ist die Führung durch Gott und ein selbstständiges Leben in Liebe

Natürlich haben wir große Angst vor einer so radikalen Wandlung unseres Lebens. Wir müssen auf vieles vertraute verzichten, sollen uns nicht mehr wehren und können ohne Kämpfe kaum unsern Lebensunterhalt bestreiten. Wenn Gott uns nicht führt und hilft, werden wir vielleicht sogar sterben.

Jedoch haben wir keine Alternative, da uns unser Ego immer weiter ins Verderben führt und wir unter seiner Führung irgendwann zugrunde gehen. Wir müssen unseren gesamten Mut und unsere gesamte Kraft aufbringen aus dem Teufelskreis der Versuchungen auszubrechen. Mutig sein bedeutet nicht keine Angst zu haben, sondern das richtige zu tun, obwohl wir Angst haben. Wir können lernen mit Gott Schritt für Schritt unser Ego zu überwinden und seiner Führung zu folgen. Auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Und je größer die Schritte werden, umso schneller sind wir am Ziel.

Was genau Gott aus uns machen möchte, ist uns vor unserer Wandlung meist nicht bewusst. Vielleicht haben wir zwar eine Vorahnung oder Träume, vielleicht aber auch nicht. In jedem Fall sollten wir auf Gott vertrauen, dass er uns auf den Weg führt, den wir zusammen mit ihm vor unserer Geburt als Mensch geplant haben.

Ziel dieser Wandlung ist, dass wir uns von Gott führen lassen, ihm vertrauen und ein selbstständiges Leben in Liebe führen. Wenn wir dieses geschafft haben, kann Gott uns gebrauchen ein Segen für andere Menschen, Tiere oder den Rest der Welt zu sein. Daran werden wir große Freude haben, weil wir uns dann wieder mit Gott verbunden haben und unserer Bestimmung folgen.