Hoffnung keimt in mir

Äußerlich ändert sich nichts in meinem Leben. Aber dafür erneuert sich viel in meinem innen und ich bin inzwischen sehr zufrieden.

Noch immer ist in meinem Leben äußerlich nichts passiert. Weiterhin bin ich ganz einsam. Oft spreche ich wochenlang mit keinem Menschen, abgesehen von etwas Small Talk an der Ladenkasse im beim Einkaufen oder mit Nachbarn auf der Straße.

Aber ich verbringe inzwischen sehr viel Zeit damit, meine Sicht vom Leben aufzuschreiben und die bisherigen Texte zu überarbeiten.

Dabei mache ich mir weiterhin zahlreiche Gedanken über mich, das Leben allgemein und wie ich der Menschheit helfen kann. Je mehr ich darüber nachdenke, umso klarer wird es mir und meine Rolle in ihm. Indem ich versuche, es so verständlich wie möglich zu formulieren, fallen mir noch neue Aspekte auf. Sie waren mir bislang nicht bewusst.

Eigentlich gibt es keinen Sinn, dass ich all das aufschreibe und bereits im Internet anbiete – es liest niemand. Und doch verspüre ich den innerlichen Drang dieses zu tun und alles so einfach wie möglich zu erklären.

Dabei fühle ich tiefen inneren Frieden.

Ich glaube, Gott möchte, dass ich dieses tue – und belohnt mich mit diesem Frieden dafür.

Aber ich bin inzwischen sechs Monate so einsam wie in der Zeit vor meines Suizidversuchs. Bei der anschließenden Behandlung in der Psychiatrie erklärten mir die Psychiater, ein Mensch könne nicht langfristig alleine leben und zufrieden sein. So ein Versuch führe immer zu Depressionen, die oft in einem erneuten Suizidversuch enden.

Mein Bruder ist Arzt und behandelt auch Menschen mit ihnen. Ca. einmal pro Monat sehen wir uns für ca. eine Stunde. Soweit ich ihn verstehe, unterstellt er mir heute keine Depressionen, obwohl ich die von den Psychiatern empfohlenen Antidepressiva schon lange nicht mehr nehme.

Ich glaube, Gott bewahrt mich vor ihnen, indem er mir eine Aufgabe gegeben hat, die mir Freude bereitet und mir inneren Frieden verschafft. Aber auch äußerlich habe ich Frieden: Schon seit Monaten hat mich niemand mehr jemand angegriffen und ich habe keinen Stress.

Weiterhin habe ich die Hoffnung, dass Gott mich irgendwann gebraucht anderen Menschen das Leben zu erklären. Ich bemühe mich, hierfür so gut wie möglich ein Vorbild für andere zu sein. Auch diese Hoffnung und meine Bemühungen geben mir Zufriedenheit.

Immer wieder finde ich Kleinigkeiten, die ich noch an mir und meinem Leben verbessern kann. Dabei geht es mir aber nicht um Erfolg oder andere zu belehren. Ich führe ein sehr schlichtes Leben und nehme ständig Rücksicht auf andere.

Mir ist inzwischen klar geworden, dass ich nie wieder meiner Tätigkeit als Software-Entwickler nachgehen werde. Ich habe absolut keine Lust mehr dazu und meine letzten Versuche sind lang anhaltend gescheitert. Offensichtlich unterstützt Gott nicht weiterhin diesen Teil von mir.

Entsprechend müsste ich Angst um meine Zukunft haben. Obwohl ich gerade mein Haus verkauft habe, reicht mein Geld nicht annähernd bis zum Ende meines Lebens; ich bin jetzt 50 Jahre alt. Aber ich habe keine Angst. Sie ist weg. Ich vermute, mein Vertrauen und meine Hoffnung in Gott sind inzwischen so groß, dass ich einfach nur noch seiner Führung folge. Ich verlasse mich darauf alles Notwendige von ihm zu bekommen. Und zwar jeweils dann, wann ich es brauche.

Gott verändert mich in meiner Leere. Vielleicht ist es mit meinem Leben so wie mit einem Waldbrand: Erst verbrennt alles Alte und dann scheint eine Zeit lang alles tot. Aber bereits währenddessen keimen Samen im Boden und fangen danach langsam wieder an zu wachsen. Und anschließend wird alles schöner als zuvor.

Vor ca. 12 Jahren haben mir zwei unterschiedliche medial begabte Menschen einstimmig gesagt, ich würde einen „Phönix aus der Asche Prozess“ durchmachen. Das passt zu meinem Bild mit dem Waldbrand. Aber als sie mir das damals gesagt haben, glaubte ich nicht, dass es derart schlimm und heftig werden würde. Dennoch habe ich nie bereut, meinen Weg zu gehen.