Umgang mit Konflikten

Oft suchen wir nach einem Weg, um Konflikte zu lösen, der nicht funktioniert. Hier ist Vertrauen in Gott gefragt.

Vor mehreren Wochen sind die Differenzen zwischen dem Staat und mir erneut eskaliert – und er hat mich noch mal in die Psychiatrie gesperrt.

Nach fast drei Monaten ließ man mich wieder gehen, mit der Forderung lebenslänglich Psychopharmaka zu akzeptieren.

Zurück zu Hause hatte ich keine Beschäftigung, Geld und materielle Dingen waren ausreichend vorhanden. Anfänglich vertrieb ich mir die Zeit mit fernsehen – aber das war mir schnell zu öde und ich machte nichts. Ich saß im Sessel oder lief kleine Kreise im Wohnzimmer. Dabei bekam ich viele tiefere Einsichten.

Der Staat wird immer panisch, wenn es

  • um Gewalt geht
  • um Tod geht
  • um Kontrollverlust geht

In diesen panischen Situationen setzt dann ein vernünftiges Denken aus. So wie am Flughafen, wenn das Wort „Bombe“ fällt oder jemand in der Politik ein Nazi-Symbol verwendet.

Natürlich geht es nur um die Gewalt anderer – selbst hat der Staat keinerlei Skrupel welche einzusetzen. Zum Töten bildet er auch Menschen aus. Und der Kontrollverlust seiner Untertanen stört den Staat ebenfalls nicht im Geringsten.

Ich habe immer wieder mit einem dieser drei Punkte gedroht. Das ist für den Staat jeweils nicht hinnehmbar. In seiner Verzweiflung fällt ihm in meinem Fall stets nur die Psychiatrie ein: Dort braucht er nichts erklären und hat immer recht – und ich bin der Leidtragende. Aber das ist auch der Sinn des Staates: Andere Menschen sollen einen Kontrollverlust hinnehmen – zugunsten der Staatsmacht.

Zu Hause sonnte ich über alternative Wege der Konfliktbeherrschung. Der Staat setzt stets Gewalt ein – für mich ist sie keine Option. Er erfindet ständig neue Lügen – und meine Enttarnung von ihnen interessiert ihn nicht.

Inzwischen glaube ich eine Lösung für Konflikte gefunden zu haben:

  1. Liebe
  2. Akzeptanz
  3. Vertrauen
  4. Freude

Es geht darum, meine Widersacher zu lieben und zu begreifen, dass sie noch nicht die nötige Reife haben selbst liebevoll zu handeln. Im Sinn des Friedens muss ich deren Lieblosigkeit durch meine übermäßige Liebe kompensieren.

Dabei bin ich gezwungenausnahmslos alles zu akzeptieren – bis hin zur Selbstaufgabe. Im Leben mit Gott geht es um diese Aufgabe von mir selbst, damit er besser durch mich wirken kann.

Ich muss auf Menschen und ihn vertrauen, dass ich dennoch irgendwie überlebe. Und dabei soll Freude haben.

Je mehr ich es schaffe mein Ego zu überwinden, umso leichter fällt es mir und umso leichter kann Gott für mich wirken.

In der vielen Zeit ist mir klar geworden, dass er mir diese bewusst geschenkt hat, damit ich mir über mich und meine inneren Einstellungen Klarheit bekomme. Immer wenn eine Emotion in meine Gedanken gekommen ist, suche ich nach einer Möglichkeit sie zu beherrschen.

Ängste vor dem Verhalten anderer Menschen kann ich zum Beispiel mit Liebe, Akzeptanz, Vertrauen und Freude überwinden.

Ängste vor Nöten mit Zuversicht in Gott.

Selbstzweifel begegne ich ihm mit der Einsicht, dass ich nur das kann, was er mich zuvor bereits gelehrt hat. Für alles andere muss Gott sorgen oder er muss es mich beibringen.

Meine Aufgabe ist es, mich an dem zu erfreuen, was ich habe. Bedürfnislosigkeit ist dabei ein zentraler Schlüssel.

Ich glaube, so auch zukünftig Konflikten zu begegnen. Letztlich ist das derselbe Ansatz, den die Tibeter seit Generationen verfolgen und damit glücklicher sind die westlichen Menschen.

Meinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn widerstrebt das. Ein Punkt, an dem ich arbeiten kann, um Gott näherzukommen.