Das Leid als Segen betrachtet

Ich hatte große Schmerzen und verstand nicht warum. Dann habe ich dem Leid etwas Gutes abgewonnen, weil ich meine Sichtweise verändert habe.

Gestern hatte ich Probleme mit meiner Schulter. Vor ca. 3 Jahren hatte ich schon mal welche – seither war alles gut. Sie hatte ich in den letzten Tagen nicht sonderlich belastet, daher hatte ich keine Idee, warum ich auf einmal Schmerzen in der Schulter hatte.

Im Laufe des Vormittags wurden die Probleme immer größer. Ich fand keine Haltung, in der ich keine Schmerzen hatte. Es wurde immer schlimmer. Dann wurde auch noch mein Kopf heiß und mein Verstand war etwas benebelt.

Etwas Nützliches konnte ich mehr nicht tun. Ich versuchte, mich mit Essen und Fernsehen abzulenken, aber die Schmerzen bestimmten weiterhin alles.

Gerne hätte ich den Grund gewusst. Hatte ich die Schulter falsch behandelt? Mir fiel wirklich keine Erklärung ein. Dann überlegte ich, ob ich sonst einen Fehler begangen hatte oder Gott mich zu irgendeiner Änderung bewegen wollte. Auch hier fand ich keine Erklärung für den Schmerz.

Bewusst nahm ich ihn wahr und erkannt schnell: Ich kann alles richtig machen – und habe keinerlei Chance! Weder schmerzfrei zu sein, noch überhaupt zu leben: In jedem einzelnen Moment meines seins bin ich vollständig abhängig von Gott und seinem Wohlwollen.

Das Einzige, was ich tun konnte, war den Schmerz bewusst wahrzunehmen und meine Emotionen zu kontrollieren, obwohl ich mich am liebsten vor Schmerzen gekrümmt hätte. Ich entschied mich, ausdrücklich mich nicht als Opfer zu betrachten und weder mir, noch Gott eine Schuld zu geben. Ich machte meinen inneren Frieden mit der Situation und fügte mich ihr.

Heute ist die Schulter fast wieder schmerzfrei. Ich bin etwas demütiger und erfreue mich mehr über die Teile meines Körpers, die (noch) funktionieren: Es ist nicht selbstverständlich, einen Körper zu haben und hier am Leben teilnehmen zu dürfen.

Ich habe mich entschieden, mein Leid von gestern als Segen Gottes zu betrachten: Durch den erlittenen Schmerz genieße ich mein Leben wieder etwas mehr.