Wieder in ein Loch gefallen

Gott hat mir etwas genommen, um durch mich wirken zu können. Danach hatte ich mehr als zuvor. Leider habe ich ihm nicht sofort vertraut.

In den letzten Monaten habe ich viel Zeit damit verbracht, meine Software zu verbessern. Unter anderem, weil ich sonst keine Idee hatte, wie ich mein Leben sinnvoll nutzen konnte.

Vor zwei Wochen habe ich meinen Internet-Zugang verloren und einfach keinen neuen Zugang gefunden – obwohl ich mich sehr bemüht hatte. Dann fragte ich die Benutzer meiner Software, was mich motivieren könne ihnen Updates anzubieten, wenn ich nicht die notwendigen Werkzeuge dafür (konkret ein Internet-Zugang) habe.

Die Reaktion enttäuschte mich sehr: Die meisten Anwender beschrieben nur, warum sie Updates haben möchten – meine Probleme waren ihnen egal. Einige Benutzer machten Vorschläge, was ich noch versuchen solle. Konkrete Hilfe bot nur ein Anwender an – aber die Lösung hatte ich schon vergeblich probiert.

Einen eigenen Internet-Zugang benötige ich zwingend, weil ich Fehlerberichte der Software und der Benutzer, sowie Dokumentationen und Unterstützung anderer Entwickler ständig brauche. Aber alles was mir blieb, war ein öffentlicher Internet-Zugang 8 km entfernt in einem Einkaufszentrum.

Ich beschloss, erst mal meine Software nicht weiter zu betreuen und keine Updates mehr anzubieten. Das war schwer für mich. Warum tat Gott mir das an? Womit sollte ich jetzt meine Zeit verbringen? Ich fiel erneut in ein tiefes Loch. Zwei Tage bemitleidete ich mich selbst im Bett oder vor dem Fernseher.

Das war ich aber schnell überdrüssig und überlegte, was ich jetzt mit meinem Leben tun möchte. Da kam mir die Idee, meinen Weg mit und zu Gott aufzuschreiben. Nach 10 Tagen war ich damit weitgehend fertig. Dann kam mir die Idee, das Ganze im Internet zu veröffentlichen. 4 Tage später war meine Entscheidung für eine eigene Website gefallen und der neue Webserver eingerichtet.

Inzwischen hatte mir Gott doch wieder einen Weg für einen eigenen Internet-Zugang gezeigt. Der ist besser als der alte Zugang.

Ich glaube, das ist ein typischer Fall in meinem Leben mit Gott: Er nimmt mir etwas, ich bin frustriert und bockig – und suche dann andere Möglichkeiten. Oft bekomme ich dabei Unterstützung den diesen zu beschreiten.

Jetzt kann ich anderen Menschen meinen Weg zu Gott beschreiben – und auch wieder meine Software weiterentwickeln. Ich glaube, er möchte diesen Weg im Internet haben.

Inhaltlich und technisch meine ich, alles von meiner Seite getan zu haben. Jetzt überlasse ich es Gott, was er damit macht.