Meine Kindheit

Eine Beschreibung, meiner Probleme während ich Gott noch nicht gefunden hatte. Ich war streitsüchtig, wurde oft gemobbt und war einsam.

Geboren wurde ich am 27.09.1968 in Hamburg. Meine Eltern gaben mir den Namen „Nils“.

Schon sehr früh war mein Leben geprägt von Streit. Erst in meiner Familie, dann war ich im Kindergarten ein Außenseiter, obwohl ich kein Einzelkind war. Mir wurde immer eingeredet, mit mir stimme etwas nicht. Ich wurde in einen anderen Kindergarten gebracht. Während der Grundschule führten mich meine Eltern Ärzten vor, die erkennen sollten, was mit mir nicht stimme – aber zu einer Diagnose wollte sich keiner von ihnen durchringen.

In der fünften Klasse wurde das Mobbing gegen mich so groß, das Jahr wiederholte. Nun war ich etwas älter als meine Klassenkameraden, dadurch war es erträglicher. Aber weiterhin war ich ein Außenseiter. Auch bei den Pfadfindern war ich nicht richtig in der Gruppe integriert. Irgendwann wurde es dort ebenfalls unerträglich für mich und meine Mutter suchte einen anderen Verein für mich – in der wurde ich wieder nicht glücklich.

Auf diese oder ähnlich Weise durchlief ich die Schule, den Zivildienst und das Studium.

Einziger Lichtblick in meinem Leben war ein Urlaub mit meinen Eltern, als ich 10 Jahre alt war. Wir waren auf einem Bauernhof im Schwarzwald und ich schloss schnell Freundschaft zu den Bauern. Am Ende des Urlaubs fuhr eine Tochter von denen mit uns nach Hause, um bei uns Ferien zu machen. Ich besuchte sie ein Jahr später noch mal. Es dauerte nicht lange, bis ich alle Ferien bei und mit ihnen verbrachte. Ich lebte in ihrer Familie, wie ein eigenes Kind. 30 Jahre hielt diese tiefe Freundschaft. Stets fand ich dort Geborgenheit und Liebe und gab diese zurück.

Und doch war mein Leben in Hamburg. Auch hier hatte ich Wegbegleiter und Freunde. Aber nie das Gefühl, wirklich mit ihnen verbunden zu sein oder ein Teil von ihm zu sein. Genauso war es auch auf dem Bauernhof: Ich war angesehen und geschätzt – aber ich blieb doch ein Außenseiter.

In der Schule hatte ich immer wieder keine Lust zu lernen. Ich wiederholte auch die 12 Klasse und ein Semester im Studium – schloss es dann aber erfolgreich an einer angesehenen Fachhochschule für Informatik ab.

Computer interessieren mich seit meinem 14. Lebensjahr, ich verbringe seither viel Zeit mit ihnen. Nicht mit Spielen oder Surfen im Internet, sondern meist mit der Entwicklung von Programmen für andere Menschen.

Für meine Diplomarbeit wollte ich eine bestimmte Anwendung haben, fand sie aber nicht. Nach meinem Studium wollte ich erst mal ausruhen – und fing an das gesuchte Programm selbst zu schreiben. Schnell fand ich Interessenten und veröffentlichte es im gerade bekanntwerdenden Internet. Damit verdiente ich zwei Jahre meinen Lebensunterhalt.

Als das Programm fertig war, suchte ich mir eine Festanstellung – in Zeiten des Internet-Booms kein Problem. Ich fand eine Stelle beim größten deutschen Nachrichtenmagazin und habe für die Redaktion die Webseiten erstellt. Auch dort war ich wieder ein Außenseiter und wurde gemobbt. Ich kündigte – aber statt mich ziehen zu lassen, bot mein Chef mir eine erhebliche Gehaltserhöhung an. Mir schoss durch den Kopf, das sei gut für meine Rente. Ich blieb, aber der Frieden hielt nicht lange und ich schied aus die Firma aus.

Während meiner Tätigkeit dort lernte ich ein Programm kennen, von dem ich der Ansicht war es selbst besser entwickeln zu können. Da ich keinen neuen Job fand, schrieb ich die Anwendung und veröffentlichte sie. Innerhalb weniger Jahre verdiente ich bis zu 12.000 € pro Monat mit ihrem Verkauf.

Und doch war ich immer alleine. Ich suchte Hilfe bei Psychologen. Die konnten mir helfen, mich meinen Ängsten zu stellen. Ich fand heraus, dass nicht nur die anderen gegen mich kämpften, sondern auch ich ständig den Streit mit anderen suchte. Mit der inzwischen dritten Psychologin geriet ich ebenfalls aneinander und beendete meine Suche mit der Psychotherapie.

Im Alter von mittlerweile 40 Jahren gab ich schlicht auf mit anderen Menschen klarzukommen. Auch meine so gut laufende Firma hatte ich durch einen Streit mit einer anderen verloren.

Finanziell hatte ich ein Haus geerbt und durch den Verkauf meiner Programme eine nette Summe Geld angehäuft. Und doch hatte ich weder Freunde noch einen Job. Die Tage der Einsamkeit waren lang.

Ich resignierte.