Eigene Fehler suchen

Wir alle haben unsere eigenen Fehler, wollen diese aber nicht erkennen und einsehen. Jedoch müssen wir genau das tun und sie überwinden, um in Frieden zu leben.

Fehlende Bereitschaft, eigene Fehler einzusehen

Wir Menschen haben alle unser Ego. Es ist ein Teil von uns, der uns immer nur an unseren eigenen Vorteil denken lässt. Unter anderem verführt es uns ständig dazu, zu glauben wir seien besser als andere oder gar fehlerfrei.

Entsprechend bemühen wir uns stets, uns zu verbessern, denn schließlich verführt uns unser Ego dazu die besten Menschen überhaupt zu sein. Jedoch hält es uns auch davon ab, unsere eigenen Fehler zu suchen und sie meist selbst nur in Betracht zu ziehen.

Natürlich verschafft uns diese Denkweise große Probleme: Wir sind nicht oder nur bedingt bereit uns selbst zu ändern. Entsprechend machen wir dieselben Fehler beständig weiter, statt sie zu erkennen und andere Wege zu suchen.

Auch führt uns dieses Verhalten stets in Konflikte mit unseren Mitmenschen. Wir erkennen ihre Fehler und wollen sie dazu bringen, sie nicht mehr zu begehen. Da wir jedoch meist Menschen treffen, die Spiegelbilder von uns selbst sind, wollen sie gar nicht über ihre Fehler nachdenken. Dann stehen sich Menschen gegenüber, die alle eigene Fehler haben, aber diese weder einsehen noch überwinden wollen. Das führt zwangsläufig zu Konflikten.

Verstärkt werden diese Kämpfe durch das Ego aller beteiligten, das immer auf nur auf die jeweils eigenen Vorteile ausgerichtet ist.

Vermutlich ist es für egoistische Menschen einfacher einander zu beleidigen oder mit physischer Gewalt gegen sie vorzugehen, als sich selbst infrage zu stellen.

Sobald wir das verstehen, begreifen wir warum es in unserer Welt so viele Kriege gibt.

Gründe für die Einsicht eigener Fehler

Der Sinn unseres Lebens ist, dass wir uns erkennen und uns weiterentwickeln. Um in Frieden miteinander leben zu können, müssen wir zuvor uns selbst verändern. Schließlich begegnen wir ständig Spiegelbildern von uns. Solange wir egoistisch leben, treffen wir auf andere Egoisten und Streit ist unausweichlich.

Entsprechend leiden wir selbst am meisten durch unsere Fehler. Sie halten uns stets davon ab, Fortschritte zu machen und innerlich zu reifen.

Aber auch das wollen wir nicht einsehen. Unser Ego lässt uns glauben, wir bräuchten uns selbst nicht infrage zu stellen. Das führt dazu, dass wir solange dieselben Fehler machen, bis wir es absolut überdrüssig sind ständig ein Opfer zu sein.

In dem Moment wird uns bewusst, dass wir selbst die Verantwortung für uns übernehmen müssen. Zuvor hatten wir immer gehofft, uns irgendwie durchmogeln zu können und dennoch vom Schicksal belohnt zu werden.

Aber indem wir irgendwann begreifen, dass das nie geschehen wird, gibt es für uns nur noch den einzigen Ausweg: Wir müssen uns selbst zu verändern.

Gott kennt dieses Problem von uns Menschen. Um uns hierbei zu helfen, überlässt er uns selbst. Bewusst unterstützt er uns Menschen derzeit nicht, unsere Probleme in den Griff zu bekommen. Wir sollen begreifen von ihm abhängig zu sein und die Verantwortung für uns selbst übernehmen zu müssen.

Wenn wir das nicht machen, sterben wir zwangsläufig und mit uns möglicherweise das gesamte Leben auf der Erde. Forscher und Wissenschaftler warnen uns genau davor seit Jahrzehnten: Fast alle Probleme, die das Leben auf der Erde als Ganzes gefährden sind aufgrund unserer Fehler erst entstanden.

Möglichkeiten, eigene Fehler zu erkennen

Sobald wir verstanden haben unsere Fehler erkennen zu wollen stehen uns viele Möglichkeiten hierfür zur Verfügung.

Die einfachste ist, dass wir uns selbst im Spiegel betrachten. Falls wir zum Beispiel lange Zeit zu viel gegessen haben, erkennen wir ihm unser Übergewicht.

Aber die meisten unserer Fehler sind unsichtbar. Für sie brauchen wir unsere Mitmenschen, die ebenfalls ein Spiegelbild von uns sind. Indem wir ihre Fehler erkennen sollten wir dieselben in uns vermuten und uns entsprechend genauer betrachten.

Aber wir können unsere Fehler auch an den Auswirkungen unserer Entscheidungen sehen. Zum Beispiel gab es lange Zeit nur noch wenige Fische im Meer, weil wir zuvor zu viele gefangen haben.

Es liegt in unserer menschlichen Natur, dass wir die Fehler anderer leichter erkennen, als unsere eigenen. Das können wir nutzen, indem wir sehr aufmerksam anderen Menschen zuzuhören, was sie über uns denken.

Wir können sie auch direkt darum bitten, uns unsere Fehler zu nennen. Viele von ihnen haben Freude daran, anderen deren zu zeigen, ihr Ego verführt sie dazu. Jedoch müssen wir vorsichtig mit Meinung anderer sein. Sie kann fehlerhaft sein, denn sie nehmen uns ebenfalls in erster Linie als ihr eigenes Spiegelbild wahr.

Weiterhin können wir auf unser Gewissen hören. Es warnt uns oft davor, Fehler zu begehen. Bislang haben wir es oft unterdrückt, weil unser Ego uns dazu verführt hat. Entsprechend müssen wir (wieder) lernen, es zu wahrzunehmen.

Weiterhin können wir Gott darum bitten, uns unsere Fehler zu zeigen: „Vater, bitte zeige mir meine Fehler“. Allerdings sollten wir uns dann darauf gefasst machen viele Probleme zu bekommen. Er wird uns mit Menschen zusammenführen, die genauso sind wie wir. Und das führt wie beschrieben stets zu Konflikten. Dennoch wartet Gott bereits lange darauf, dass wir ihn einladen uns so zu helfen.

Probleme eigene Fehler anzugehen

Genauso schwer wie eigene Fehler zu erkennen ist sie zu überwinden. Wir müssen stets uns selbst kontrollieren sie nicht erneut zu begehen. Oft führen wir sie derart gewohnheitsmäßig aus, dass sie uns gar nicht mehr auffallen.

Die meisten von uns kennen dieses Problem beim Essen von Kartoffelchips: Bevor die Tüte leer ist, können wir nur schwer damit aufhören.

Unser Ego gibt uns stets Ausreden, damit wir unsere Fehler weiter zu begehen können, ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben. Im Beispiel der Kartoffelchips unterstellen wir den Herstellern, ihnen vorsätzlich Suchtstoffe zugefügt zu haben, damit wir nicht aufhören können. Damit übergeben wir die Verantwortung für unsere Handlungen an sie.

Unser Wunsch unsere Verantwortung an andere abzugeben ist derart ausgeprägt, dass viele große Religionsgemeinschaften dafür den Teufel erfunden haben. Angeblich sei er dafür verantwortlich, wenn wir Fehler begehen und wir könnten diese nicht vermeiden.

Genau diese Erklärung befriedigt unser schlechtes Gewissen und ist letztlich nur eine Verführung unseres Egos. Mit ihr erzählen uns die Religionsgemeinschaften im Grunde, dass wir die Verantwortung für uns selbst gar nicht übernehmen könnten.

Wir alle sind sehr froh, dieses zu hören, weil wir dadurch unser schlechtes Gewissen sie nicht zu übernehmen loswerden. Durch die Erfindung des Teufels können wir also sündigen, ohne Reue zu spüren. Das ist die größte Verführung unseres Egos.

Die Religionsgemeinschaften geben uns damit das, was wir hören wollen. Jedoch kommen wir damit weder Gott, noch unserem Frieden überhaupt nicht näher. Sobald wir das verstehen, begreifen wir, dass selbst die größten Religionsgemeinschaften letztlich nur Sekten sind.

Sie sagen uns, was wir hören wollen und wir beten sie an. Den einzigen Nutzen davon haben sie selbst: Es ist angenehm, Anhänger zu haben, damit erlangen sie Macht über uns. Wir aber sind die Dummen, weil wir dem Gott und dem Frieden nicht näher kommen.

Mit Selbstkontrolle und -beherrschung eigene Fehler überwinden

Letztlich gibt es nur einen Weg, wie wir unsere Fehler überwinden können: Wir müssen sie uns bewusst machen und aufhören sie zu begehen.

Dafür müssen wir lernen uns selbst kontrollieren. Also uns alle unsere Gedanken und Emotionen stets bewusst sein. Für die meisten von uns ist das bereits eine große Herausforderung. Oft denken und fühlen wir den ganzen Tag etwas, ohne dass wir dieses wirklich mitbekommen. Woher diese Gedanken und Emotionen stammen ist uns weitgehend unklar und wir glauben sie nicht kontrollieren zu können.

Aber es ist möglich, dieses zu lernen. Dafür brauchen wir viel Selbstkontrolle und sehr viel Übung. Natürlich erleiden wir dabei auch immer wieder Rückschläge und denken oder fühlen etwas, das wir eigentlich nicht wollen. Das können wir uns ebenfalls bewusst machen.

Wir sollten uns bei diesem Prozess jedoch nie vorwerfen es noch nicht zu können oder erneut Rückschritte erlegen zu sein. Diese Vorwürfe verschaffen uns keinerlei Vorteil, abgesehen davon, dass wir uns damit verurteilen. Aber damit erheben wir uns nur über uns selbst. Das kann zu nichts Gutem führen.

Wir müssen lernen, unsere eigenen Fehler zu erkennen, bevor wir sie begehen – und dann in den jeweiligen Momenten andere Entscheidungen wählen.

Natürlich ist es schwer, mit dem Essen von Chips aufzuhören, bevor die Tüte leer ist. Aber genau das möchte Gott von uns: Wir sollen lernen uns in schwierigen Situationen richtig zu verhalten. Entsprechend stellt uns Gott selbst vor Probleme, damit wir dieses üben und erreichen.

Natürlich wollen wir lieber nur in einfachen Situationen uns beweisen müssen. Aber das wäre so, als wenn wir in der Schule jahrelang ausschließlich die erste Klasse besuchen würden. Das wäre zwar einfach, aber wir bereiten uns damit nicht auf unser weiteres Sein vor.