Nachsicht mit anderen

Ständig geraten wir an unvollkommene Menschen, die viele Fehler uns gegenüber begehen. Wir müssen lernen damit umzugehen, um inneren Frieden dabei zu haben.

Sinn des Zusammenlebens von Menschen

Wir alle leben mit anderen Menschen mehr oder weniger eng zusammen. Dabei leidet jeder von uns unter ihnen, wenn auch nur in unterschiedlichen Maßen. Jedoch ist das keine Fehlkonstruktion des Lebens, sondern vielmehr genau sein Sinn: Wir alle sollen uns in ihm weiterentwickeln und lernen miteinander gut klarzukommen.

Uns begegnen daher meist Menschen, die uns bei unserem eigenen Wachstum helfen. Gott hat das Leben auf der Erde so erschaffen, dass wir oft Spiegelbilder von uns treffen. Indem wir sie genau betrachten, erkennen wir uns selbst in ihnen.

Das ist sehr unangenehm für uns, weil wir meist nicht auf der Suche nach unseren eigenen Fehlern sind, sondern andere egoistische Interessen verfolgen.

Gründe für die Fehler anderer Menschen

Entsprechend ist die Erde eine Art Schule und wir alle sind Schüler, die noch vieles lernen müssen. Dadurch ist ausgeschlossen, dass wir fehlerfreie oder gar perfekte Menschen treffen.

Entsprechend sollten wir unsere Mitmenschen behandeln: Als unvollkommene Wesen, die noch vieles lernen müssen.

Mit kleinen Kindern kommen die meisten von uns gut zurecht. Wir wissen, dass sie vieles nicht können und sind ihnen dafür auch nicht böse.

Von erwachsenen Menschen hingegen erwarten wir, dass sie fehlerfrei sind. Wie beschrieben überfordern wir sie damit jedoch komplett: Sie sind hier, um etwas zu lernen. Und man kann nur etwas lernen, das man noch nicht kann. Entsprechend natürlich ist es, dass unsere Mitmenschen extrem viele Fehler haben.

Wenn wir mit ihnen in Frieden leben wollen, müssen wir dieses akzeptieren und entsprechend mit ihnen umgehen.

Versuche andere Menschen zu erziehen

Um in Frieden mit unseren Mitmenschen zu leben, dürfen von ihnen kein fehlerfreies Verhalten erwarten. Entsprechend oft erkennen wir ihre Fehler.

Wenn wir diese erkennen, ist es unsere Aufgabe zu lernen damit friedlich umzugehen. Statt sie ihnen vorzuhalten, sollten wir liebevollere Wege suchen: Kein Mensch mag es, wenn man ihm seine Fehler vorhält. Das kennen wir von uns selbst und sollten entsprechend auch mit ihnen umgehen.

Allerdings fällt uns das schwer, weil wir oft unsere eigenen Fehler nicht erkennen und sie uns nicht eingestehen wollen. Natürlich ist das auch ein Fehler von uns. Nur aufgrund von ihm besitzen wir die Arroganz anderen Menschen ihre Fehler vorzuhalten. Das ist ein weiterer Fehler von uns.

Es kann auch nicht unsere Aufgabe sein, unsere Mitmenschen zu erziehen. Damit würden wir uns über sie erheben und uns anmaßen, etwas Besseres als sie zu sein. Wenn wir das probieren, werden uns andere Menschen begegnen, die genau das Gleiche mit uns machen. Das können wir nicht vermeiden, weil wir stets auf Spiegelbild von uns selbst treffen. Entsprechend führen diese Versuche von uns fast immer zu Streit.

Wir als Menschen überblicken nicht alle Umstände von unseren Mitmenschen und kennen ihre Ziele für dieses Leben nicht. Ohne beides zu wissen, versagen wir zwangsläufig bei unseren Versuchen, sie zu erziehen.

Somit kann nur Gott die Aufgabe übernehmen, sie zu erziehen. Das sollten wir entsprechend ihm überlassen.

Wenn wir es dennoch versuchen, stellen wir uns damit über ihn. Entsprechend geraten wir dann zwangsläufig mit ihm in Konflikt. Und da er mächtiger ist, als wir es sind, werden wir in ihm zwangsläufig unterliegen und können keinen Frieden haben.

Umgang mit der Unvollkommenheit anderer Menschen

Es ist also die Aufgabe von Gott, uns Menschen zu erziehen. Jeden Einzelnen ganz individuell. Und unsere Aufgabe ist es, Gott dabei behilflich zu sein. Schließlich hat er uns erschaffen, also müssen wir ihm dienen.

Dafür möchte er uns als Vorbilder für unsere Mitmenschen gebrauchen, an denen sie sich etwas abschauen können.

Damit wir jedoch sinnvoll so eines in seinem Sinne sind, muss er uns zuvor nach seinen Maßstäben verändern. Daher müssen wir vorher mit ihm an unseren Fehler arbeiten und sie überwinden. Erst danach können wir anderen Menschen die Chance geben, sich bei uns liebevolles Verhalten abzuschauen.

Wir müssen uns entsprechend bemühen, schlicht das best mögliche Vorbild für sie zu sein. Dafür sollten wir alles unterlassen, was wir auch an ihnen nicht sehen möchten und gleichzeitig so leben, wie wir es uns von ihnen wünschen. Wir sollten also einseitig uns ändern, ohne von ihnen zu verlangen sich ebenfalls anzupassen.

Dafür müssen wir ihren freien Willen respektieren, den Gott ihnen geschenkt hat. Entsprechend dürfen wir nicht versuchen, einen anderen Einfluss auf sie zu nehmen, als ein Vorbild für sie zu sein.

Das beinhaltet, dass wir sie so akzeptieren und lieben, wie sie in ihrer derzeitigen Unvollkommenheit sind. Entsprechend müssen wir uneingeschränkt nachsichtig mit ihnen umgehen und ihnen jegliches Verhalten vergeben.

Unsere Probleme mit unvollkommenen Menschen

Natürlich brauchen wir aber nicht alles schweigend von unseren Mitmenschen ertragen. Auf ihre Fehler uns gegenüber dürfen und sollen wir sie hinweisen. Ohne diese Hinweise von uns haben sie kaum eine Chance, liebevoller zu werden. Aber genau das ist ihre Aufgabe: Sie sollen sich eigenständig und selbst entscheiden, liebevoll sein zu wollen.

Wir sollten uns dabei darauf beschränken ihnen mitzuteilen, welche Emotionen sie in uns auslösen und wie sie uns ggf. in unserem Leben beeinträchtigen oder gar schaden.

Aber es ist Gottes Aufgabe sie über ihre entsprechenden Fehler zu belehren oder möglicherweise zu maßregeln. Unser Teil hierbei ist es, ihm genau das zu überlassen und ihm dabei zu vertrauen.

Falls Gott der Ansicht ist, dass wir unberechtigt Nachteile durch Fehler anderer erlangt haben, kann er uns auf seine Weise einen Ausgleich dafür verschaffen. Aber deutlich wahrscheinlicher ist es, dass er uns durch sie belehren und verändern wollte.

Falls wir damit Probleme haben, sollten wir uns diese bewusst machen und entsprechend an uns selbst arbeiten.