Versuchungen sind Chancen für Wachstum

Unsere Welt ist voller Versuchungen. Ihnen zu begegnen und zu widerstehen ist der Sinn unseres Lebens. Gleichzeitig sind sie ein Schlüssel für unseren Frieden.

Die Welt ist voll zahlreicher Versuchungen

Wir leben in einer Welt zahlreicher Versuchungen. Versuchungen sind Möglichkeiten für uns Gedanken, Emotionen oder Handlungen zu wählen, die uns einerseits Vorteile versprechen. Jedoch haben sie anderseits größere Nachteile für uns.

Eine Versuchung zum Beispiel ist Schokolade. Wenn wir sie essen, bekommen wir kurzzeitig gute Emotionen aufgrund ihres angenehmen Geschmacks. Anschließend erhalten wir Glücksgefühle durch ihre Inhaltsstoffe, die in unserem Körper wirken. Aber langfristig nimmt unser Gewicht durch ihren Verzehr zu und wir fühlen uns dadurch schlechter und werden träger. Um wieder fit zu werden, müssen wir anschließend eine Zeit lang hungern oder Sport treiben.

Viele Versuchungen bietet das Leben von sich aus an. Zum Beispiel können wir versuchen, ohne für uns zu sorgen zu leben. Dadurch sparen wir uns Zeit und Mühe, die wir für angenehmere Beschäftigungen verwenden können.

Wir existieren aber nicht alleine in dieser Welt. Entsprechend geraten wir auch ständig in Versuchungen uns anderen Menschen, den Tieren oder der Umwelt gegenüber schlecht zu verhalten oder ihnen nicht zu dienen. Dadurch bekommen wir angenehme egoistische Emotionen wie Selbstherrlichkeit, Arroganz und Überheblichkeit.

Weiterhin erleben wir Versuchungen, die uns andere Menschen absichtlich bereiten. Zum Beispiel versucht uns die Wirtschaft mit Werbung zum Konsum zu animieren, damit wir ihr unser Geld geben. Sie verspricht uns mit ihr angenehme Emotionen, die wir erlangen, indem sie es von uns bekommen.

Das Prinzip aller Versuchungen ist ähnlich: Wir erkennen eine Möglichkeit, die uns Vorteile verspricht. Letztlich liegen diese immer in angenehmeren Emotionen für uns. Ihnen jagen wir stets nach, die anderen Umstände unseres Lebens sind uns dabei weitgehend egal.

Nachteile von Versuchungen

Schon die versprochenen Vorteile von Versuchungen sind nicht annähernd so gut, wie wir zuvor erhofft haben.

Aber nachdem wir ihnen erlegen sind, finden wir heraus, dass sie uns zusätzlich geschadet haben. Zum Beispiel bekommen wir Hunger, wenn wir nichts gegessen haben. Und wenn wir ignorant zu Mitmenschen sind, werden wir ignorieren und sind einsam. Meist suchen wir dann nach Möglichkeiten diesen Schaden irgendwie zu kompensieren.

Wenn wir zum Beispiel der Versuchung zu lügen erlegen sind, denken wir oft weitere Lügen aus, um unsere erste zu schützen. Oder wir erfinden Ausreden, mit denen wir sie rechtfertigen.

Jedoch wollen wir nicht auf die versprochenen Vorteile verzichten. Und das, obwohl sie nicht so gut wie erhofft sind. Entsprechend suchen wir stets nach Wegen, sie haben zu können, ohne die Nachteile ertragen zu brauchen.

Aber durch unsere Versuche sie zu kompensieren gelangen wir immer in einem Teufelskreis aus ständig zusätzlicher Probleme. Irgendwann werden uns diese Teufelskreise bewusst und wir wollen ihm entkommen. Dafür suchen wir dann ihren Anfang. Wenn wir dabei ehrlich zu uns sind, erkennen wir ihn darin, dass wir einer Versuchung gefolgt sind.

Aber meist dauert es lange, bis wir dieses einsehen. Wir wollen uns nicht eingestehen Fehler gemacht zu haben. Auch kostet es uns große Mühe, dem Teufelskreis zu entkommen. Wir müssen dafür einerseits auf die gewonnen Vorteile verzichten und andererseits die vielen zusätzlichen Nachteile wieder ausgleichen müssen.

Unbewusst ist uns klar, dass wir unser Verhalten grundlegend ändern müssen. Und das wollen wir auch vermeiden. Entsprechend wird uns irgendwann bewusst, dass Teufelskreise und ihre vorausgegangenen Versuchungen uns sehr schaden.

Daher hoffen wir, gar nicht erst in sie zu gelangen. Die Christen beten zum Beispiel zu Gott er möge sie davor bewahren. Ein Teil ihres Vaterunsers lautet: „… führe uns nicht in Versuchung …“.

Sinn der Versuchungen

Obwohl wir uns mehr oder weniger bemühen keinen Versuchungen zu erliegen, schaffen wir das oft nicht. Gleichzeitig haben wir erkannt, dass andere Menschen ihren Versuchungen ebenfalls häufig nicht widerstehen können.

Gemeinsam versuchen wir uns durch allgemeine Ordnungen daran zu hindern ihnen nachzugeben. Offensichtlich haben wir also alle begriffen, dass es Versuchungen in unserem Leben gibt und wir alle ihnen meist nicht widerstehen können.

Versuchungen haben aber ihren Grund: Wir Menschen sollen alles Mögliche ausprobieren und herausfinden, wohin entsprechende Entscheidungen führen. Das genau ist der Sinn unseres Lebens.

Daher gibt es für uns keine Möglichkeiten uns Versuchungen zu entziehen. Auch Gott erhört das genannte Gebet der Christen nicht. Er möchte ja, dass wir uns verführen lassen. Entsprechend bereitet er die meisten Versuchungen für uns vor. Und er hat unser Ego erschaffen, das uns stets verführt, ihnen zu folgen.

Viele Menschen wollen aber nicht einsehen, dass Gott uns in die Versuchungen beschert. Zum Beispiel haben etliche Religionen den „Teufel“ erfunden, dem sie die Schuld für sie zuschreiben. Allerdings ist ihre Theorie unvollständig, da auch sie Gott für allmächtig halten. Entsprechend müsste er den Teufel davon abhalten uns Menschen in Versuchungen zu führen. Einen Grund, warum Gott das nicht tut nennen sie jedoch nicht.

Ebenfalls fraglich an dieser Theorie ist, wer den Teufel erschaffen hat, wenn nicht Gott. Schließlich gilt er auch bei ihnen als der Schöpfer allen Seins. Doch wenn Gott den Teufel erschaffen hat, dann ist der Teufel auch ein Teil von ihm.

Unsere fehlende Einsicht, dass Gott uns die Versuchungen bereitet basiert schlicht auf unserer mangelnden Bereitschaft, die Verantwortung für uns selbst zu übernehmen. Das ist auch wieder eine Versuchung, der wir Menschen lange erliegen. Sie müssen wir ebenfalls erkennen und überwinden.

Umgang mit Versuchungen

Unsere Aufgabe im Leben ist es Verführungen unseres Egos nachzugehen und herauszufinden, welche Folgen sie für uns haben. Entsprechend sollten wir genau das machen.

Aber wir sollen auch lernen, ihre Konsequenzen zu verstehen und diese vermeiden. Entsprechend sollten wir keiner Versuchungen mehr nachgeben, nachdem wir ihre Auswirkungen bereits kennengelernt haben. Ebenfalls nicht, wenn wir uns diese vorstellen können.

Zum Beispiel können wir lernen, dass uns Lügen stets selbst irgendwann zum Verhängnis werden. Entweder werden wir bei ihnen ertappt und verlieren dabei unser unsere Glaubwürdigkeit. Oder wir erlangen Vorteile durch sie und begegnen später an andere Menschen, die uns gegenüber welche bekommen. Dann erleiden wir dadurch Nachteile. Dem können wir uns nicht entziehen, weil das Leben ein Spiegelbild von uns selbst ist.

Nachdem wir begriffen haben, dass uns Versuchungen stets Nachteile bescheren sollten wir ganz auf sie verzichten. Natürlich fällt uns das schwer: Unser Ego verführt uns ständig, ihnen nachzugeben.

Entsprechend müssen wir unser Ego erkennen und überwinden, um Versuchungen widerstehen zu können. Oder anders formuliert: Wenn wir lernen, Versuchungen zu widerstehen überwinden wir damit unser Ego. Gerade bei Versuchungen wird uns bewusst, wie sehr es uns selbst schadet. Daher ist es unser mächtigster Feind.

Schuldgefühle sollten wir aber nicht entwickeln, wenn wir Versuchungen erlegen sind: Sie bringen uns nicht weiter. Aber Reue und Bedauern sollten wir entwickeln. Diese regen uns dazu an, in der Zukunft sorgsamer mit Versuchungen umzugehen und ihnen dann zu widerstehen.

Wenn uns andere Menschen in Versuchungen führen, sollten wir ihnen ebenfalls nicht böse sein. Sie sind dann schlicht ihrer Versuchung erlegen, uns zu verführen. Auch wir konnten zuvor dieser Versuchung anderen Menschen gegenüber oft nicht widerstehen.

Strenge Disziplin ist die Antwort auf Versuchungen aller Art

Um in Frieden zu leben, gibt es nur einen Weg: Wir müssen lernen, alle Versuchungen zu erkennen, und ihnen widerstehen. Das kostet uns extreme Anstrengungen, weil wir sehr aufmerksam leben und die volle Verantwortung für uns übernehmen müssen.

Natürlich wollen wir das nicht. Wir suchen ständig nach Ausreden, warum wir keine Disziplin halten brauchen. Aber auch diese sind wieder nur Verführungen unseres Egos, das wir überwinden müssen, um in Frieden zu leben.

Erst wenn wir gelernt haben jeglichen Versuchungen zu widerstehen, sind sie kein Problem mehr für uns. Entsprechend müssen wir trainieren sie direkt anzuschauen, ohne ihnen nachzugeben. Das bedarf eine viel Übung und Zeit. Aber wenn wir das lange und oft genug versuchen, dann fällt es uns irgendwann leicht. Gott hilft uns dabei, indem er uns ständig neue Versuchungen beschert und wir entsprechend häufig und intensiv üben können.

Ziel unseres Lebens als Menschen ist es, dass wir unter allen Umständen und in jeder Situation liebevoll sind. Dabei geht es um die Liebe zu uns selbst, zu unserem Körper, zu unseren Gedanken und Emotionen, zu unseren Mitmenschen, zu den Tieren, der Umwelt und der gesamten Schöpfung. Sie erlangen wir nur, wenn wir keiner Versuchungen mehr nachgeben.

Sobald wir das geschafft haben, gibt es für Gott keinen Grund mehr Angriffe gegen uns zuzulassen. Dann beschützt er uns ständig und wir leben entsprechend in Frieden und Wohlstand.

Das Leben trotz strenger Disziplin genießen

Strenge Disziplin bedeutet jedoch nicht, dass wir das Leben nicht weiter genießen dürfen oder können. Im Gegenteil: Wenn wir Versuchungen nicht mehr erliegen, haben wir Frieden und Wohlstand. Sie können wir intensiver und länger genießen, als die kurzfristigen Vorteile, die uns die Versuchungen bescheren.

Ohne ihnen zu erliegen, müssen wir auch ihre Nachteile nicht zu ertragen. Zusätzlich brauchen wir kein schlechtes Gewissen uns und anderen gegenüber mehr haben. Unsere Wiedergutmachungen fallen ebenfalls weg.

Indem wir in Frieden und Wohlstand leben, können wir uns auch damit beschäftigen anderen Freude zu bereiten. Wenn wir das aus Liebe machen, empfinden wir selbst Freude dabei. So genießen wir anderen zu dienen, nachdem wir unser Ego überwunden haben.

Wir können zusätzlich vieles im Leben genießen, ohne Versuchungen zu folgen. Zum Beispiel Spaziergänge in der Natur, Beisammensein mit Freunden oder auch mal nichts machen. Allerdings müssen wir zuvor lernen, das Leben zu genießen.