Nils‘ Weg
… ein neuer Weg zu Frieden und Wohlstand. Oder der einzige dorthin?
Nils‘ Weg
… ein neuer Weg zu Frieden und Wohlstand. Oder der einzige dorthin?

Endloser Frust

Und täglich grüßt das Murmeltier – oder mein vergeblicher Versuch irgendetwas in meinem Leben zu ändern.

Vor fünf Monaten wurde ich mal wieder mutig und habe versucht mich endlich gegen den Staat durchzusetzen. Es kam, wie es immer kam: Ich landete wieder in der geschlossenen Psychiatrie. Meine Medikamente standen bereits vor meinem Eintreffen fest: Anti-Psychose. Offensichtlich macht sich niemand mehr die Mühe erneut nachzudenken!

Und so verliefen auch alle Gespräche mit drei Psychiatern, einem Psychologen und zwei Richtern: Sie ignorierten mich und meine Aussagen vollständig. Zwar hörten mir etliche von ihnen erstaunlich lange zu und stimmten meinen Ansichten über unsere menschliche Wahrnehmung, die fehlende Möglichkeit den eigenen Verstand zu überprüfen und die fehlende Legitimation des Staates zu. Aber dann kamen jeweils Äußerungen wie „… das sind ja alles nur theoretische Betrachtungen ohne Bedeutung“ oder „… das ändert aber nichts daran, dass ich über sie bestimme.“ Anschließend wurde ich von allen weiter vollständig ignoriert, gewaltsam eingesperrt und gegen meinen Willen mit Spritzen behandelt. Ein schlechtes Gewissen hatte keiner von denen.

Aber ich wurde deutlich weniger wütend als bei den Malen zuvor. Und ich lernte auch viel in den fünf Monaten der Unterbringung:

  • Mich selbst besser beschreiben.
  • Missstände erkennen und treffend beschreiben.
  • Sachlich formulieren und schriftlich aufbereiten.
  • Emotionen beherrschen.
  • Körperliche Gesundheit bewusster leben.
  • Eigene Ansichten persönlich vertreten.
  • Mutig und entschlossen handeln.
  • Eigene Fehler erkennen und überwinden.
  • Unter Druck angemessen verhalten.

Insgesamt blieb ich während der Zeit innerlich ruhig und gelassen. Auch anschließend zu Hause war ich zwar genervt, aber nicht mehr wütend auf die Menschen, die mir das antaten.

Ich glaube, Gott hat diesen Aufenthalt initiiert, damit ich die Lernaufgaben absolviere, und er hat mich erst entlassen, nachdem ich das alles gelernt hatte. Zusätzlich habe ich mal wieder zahlreiche Fehler aus anderen meiner Leben aufgearbeitet.

Alles zusammen betrachte ich den Aufenthalt als Erfolg für mich: Ich habe mich verändert, habe etwas gelernt und bin entspannter damit umgegangen.

Und, oh Wunder, das Thema weiterer Psychopharmaka oder dauerhafte geschlossene Unterbringung wurde nur von einem Psychiater mehr als nebensächlich angesprochen. Es war klar, ich nehme keine und das Thema war durch. Er wies nochmals ausdrücklich darauf hin, dass ich kein Fall für die dauerhaft geschlossene Einrichtung sei.

Dennoch bin ich sehr genervt, dass mich niemand versteht und ich entsprechend total einsam bin. Jetzt einige Tage nach meiner Entlassung, weiß ich wieder mal überhaupt nichts mit mir anzufangen. Was mache ich die nächsten fünf Minuten? Und den Rest vom Leben? Irgendwie hat mein Leben keinen Sinn – und doch habe ich inneren Frieden und versuche mir irgendwie die Zeit zu vertreiben. Dennoch bleibt bei mir die Frage, was mit Gott ist? Hat er mich verlassen? Warum werde ich so behandelt, obwohl ich mich und die Denkfehler der anderen treffend darstelle?

Die wenigen Menschen aus meinem Umfeld, mit denen ich flüchtigen Kontakt habe (Bruder, Nachbarn und Verkäufer) fragten zwar, wo ich war, aber meine Erklärungen ignorierten sie. Auch von denen versteht mich niemand.

Mein Glaube ist auf eine harte Prüfung gestellt. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich, kurz nachdem ich fünf Monate in der Psychiatrie behandelt wurde, einen zweiten Suizidversuch unternehme. Nichts funktioniert in meinem Leben. Ich habe keinerlei Beschäftigung und keinerlei Perspektive.

In mehreren Quellen habe ich gelesen, dass wir Menschen am Ende unserer zahlreichen Leben in absolut chaotische Umstände gelangen, in denen Gott unseren Glauben testet. Bin ich jetzt an dem Punkt angelangt? Wird es noch schlimmer? Was mache ich mit meiner Zeit?

Und doch habe ich innerlich tiefen Frieden und Zuversicht. Nur mein Verstand ist in Panik, nicht aber meine Emotionen.