Mein Erkennen, dass Gott in meinem Leben wirkt

Viele Menschen haben von Gott gehört und wie er wirken kann. Dennoch warten sie auf seinen Segen vergeblich. Bei mir wirkt er inzwischen sehr intensiv.

In den letzten Jahren habe ich sehr viel Leid erfahren – aber auch ertragen. Innerlich bin ich dabei intensiv gereift. Heute ertrage ich vieles geduldig, ohne mich groß darüber zu ärgern. Ich glaube, das ist wahre Freiheit: die Fähigkeit innerlich ruhig und gelassen zu sein, unabhängig von den äußeren Umständen des Lebens. Ist das der Segen Gottes?

Seit ich kein Auto mehr habe, fahre ich mir dem Fahrrad. Seither war ich nie krank – nicht einmal erkältet. Wiederholt wurde mir gesagt, ich würde sportlich aussehen. Ist es für mich gut, dass ich kein Auto habe? Anfänglich habe ich dagegen sehr aufbegehrt und habe mich ungerecht behandelt gefühlt. Und doch glaube ich heute, dass es das beste für meine Gesundheit, die Umwelt und meinen Geldbeutel ist. Hat Gott absichtlich die Dinge so gewendet, dass ich mein Auto verloren habe? Ist auch das sein Segen für mich?

Traumhaus im GünenAndere Menschen verlieren ihren Vater, ohne etwas zu erben. Ich habe ein Haus bekommen, in dem ich immer noch wohne. Mein absolutes Traumhaus am Stadtrand von Hamburg. Mit dem Fahrrad kann ich alles erreichen, was mir wichtig ist – und doch lebe ich abgeschieden in der Natur, was mir auch viel wert ist. Noch ein Segen Gottes?

Über einige Jahre habe ich viel Geld verdient. War es ein Zufall, dass ich auf die Idee zu diesen Programmen kam? Oder war es durch Gott geführt?

Heute lebe ich sehr sparsam, ich weiß nicht, woher ich neues Geld bekommen kann. Die Psychiater haben mir 80 % Minderung der Erwerbsfähigkeit aufgrund meiner vermeintlichen Psychose bescheinigt. Im Angestelltenverhältnis zu arbeiten scheint für mich aber eh keine gute Idee zu sein.

Inzwischen will ich mit allen Menschen in Liebe und Frieden leben. Das funktioniert nur, wenn wir alles teilen, was wir haben – und einander dienen. Entsprechend muss ich meine Software kostenlos anderen anbieten. Ich habe schlicht kein Recht Menschen zu erpressen mir Geld zu geben, damit sie die Programme nutzen zu dürfen.

Wenn wir alle in Wohlstand leben wollen, ist es auch schwachsinnig das Kopieren von Software zu untersagen. Im Gegenteil: Mein Wunsch ist es, dass möglichst viele Menschen daran Freude haben, wenn ich mir die Mühe der Entwicklung mache.

Aber woher kommt dann das Geld, was ich zum Leben brauche? Aus Überzeugung kaufe ich ausschließlich im Bio-Laden: Ich halte es für falsch, die Umwelt mithilfe von Chemie auszubeuten oder mein Körper damit zu belasten.

Der „Staat“ will, dass ich Geld habe, um mir Lebensmittel zu kaufen. Einmal hat meine Betreuerin sogar die Polizei um Hilfe gebeten, mir welches geben zu können. Da stand sie begleitet von zwei Polizisten vor meine Tür und bat mich die Scheine von ihr anzunehmen. Wieder stellte sich mir die Frage: Wer ist geisteskrank?

Und dennoch halte ich es für falsch, dass ich Rente bekomme, ich habe der Versuchung das zu verhindern nicht widerstanden. Als ich das erkannte habe ich meinen Betreuer und die Rentenversicherung darüber informiert, um Entschuldigung gebeten und bemühte mich die Zahlungen einzustellen. Ich wurde wieder ignoriert. Wirkt auch hier Gott?

Wie er genau wirkt, kann ich bis heute nicht erklären. Oft habe ich alles, was ich gerade brauche. Teilweise habe ich im Nachhinein erkannt, wofür einzelne Begebenheiten gut waren und ineinandergriffen: Die Ideen für meine Programme kamen aus dem Studium und aus der Festanstellung. Beide zusammen führen heute zu der Rente.

Aber nicht immer hatte ich alles: 15 Monate hatte ich kaum genug Geld mir Bekleidung zu kaufen. Ich lernte, genügsam zu sein. Zwischendurch hatte ich auch zweimal für einige Wochen kein Geld – und keine Nahrungsmittel. Das half mir damals Fehler aus anderen Leben aufzuarbeiten. Und doch habe ich immer ausschließlich Bio-Lebensmittel und ökologische Bekleidung gekauft, weil ich es für richtig halte, so die Natur zu schützen. Der Versuchung, mich dem Staat zu unterwerfen und ihn um Hilfe zu bitten, habe ich widerstanden. (Bestimmt hätte ich dort sofort einen Betrag bekommen.)

Dann kam auf einmal viel Geld. Statt es zu sparen, kaufte ich mir ein neues Fahrrad (das alte wurde mir gestohlen) und einen Computer (Gott bat mich zwei Jahre zuvor den vorherigen wegzugeben). Beides in sehr guter Qualität, weil ich es für richtig hielt. Und wieder hatte ich kaum genug Geld für Essen und Bekleidung. Heute glaube ich, Gott wollte mich testen, ob ich unter Druck das Richtige tue.

Zeitgleich mit dem neuen Betreuer wurden die Richtlinien vom Richter geändert. Auf einmal bekomme ich so viel Geld, wie ich brauche. Warum auf jetzt und früher nicht? An meiner Diagnose „Psychose“ gab es keine Veränderung.

Meine Software entwickle ich auch heute noch. Sie wird täglich von einigen Tausend Menschen genutzt. Aber ich bezahle nichts für die Hilfsmittel und Werkzeuge, um die Software zu entwickeln und im Internet anzubieten. Irgendwie bekomme ich, was ich brauche – nicht alles „legal“. Aber das interessiert mich nicht. Ich folge Gott, nicht dem Staat.

Reich bin ich nicht geworden. Aber ich habe alles, was mir wichtig ist. Vieles ist mir unwichtig geworden – teilweise bevor ich es verloren hatte, oft danach. Aber ich freue mich, heute vieles nicht besitze.

Gott hat mir immer wieder etwas genommen oder mir keine Möglichkeit gegeben zu bekommen, was ich haben wollte. Heute glaube ich, er hat seine Gründe dafür. Manchmal verstehe ich sie sofort, teilweise Jahre später – und oft nie. Aber warum sollte Gott es mir erklären? Ich vertraue ihm, dass sein Wille geschieht – nicht meiner.

Am Anfang war es sehr hart für mich, das zu akzeptieren. Wirklich bewusst wurde mir das, als ich das zweite Mal in der Psychiatrie landete. Ich kann noch so sehr versuchen, Gottes Willen umzusetzen. Wenn er etwas will, habe ich keine Chance. Alles, was ich dann tun kann, ist mich fügen.

Natürlich weiß ich, wie der „Staat“ tickt. Außerdem wusste ich damals, dass ich etliches tat, was ihm nicht gefiel. Aber was war die Lösung? Mich immer mehr erpressen, ausbeuten und bevormunden zu lassen? Wo ist die Grenze? Und was soll ich tun, wenn der „Staat“ sie überschritten hat?

Ich versuchte es mit sachlichen Argumenten. Meine Eltern lehrten mich, früh zu diskutieren. Ich kann es gut. Aber sachliche Argumente halfen mir nicht. Heute weiß ich warum: Der „Staat“ ist eine Sekte von Menschen, die sich wichtig tun wollen und mithilfe von Tricks ihren Vorteil suchen. Wenn das nicht funktioniert, wenden sie Gewalt an.

Mit sachlichen Argumenten habe ich da keine Chance: Diskussionen sind Kampf – nicht mit Fäusten, sondern mit Worten. Und der „Staat“ hat ihn perfektioniert.

Entsprechend war es von mir auch sinnlos, meine Unabhängigkeit vom zu erklären. Eine Erklärung ist ein Teil einer Diskussion – und damit ein Kampf. Der Staat definiert alles – und ignoriert alle anderen Definitionen. Was sollte meine Definition, ich sei unabhängig von ihm, bringen? Er interessiert sich nicht für die Interessen der Menschen, er definiert sie.

Ich musste mich ändern, Gott suchen und so sein, wie er es will, wenn ich andere Umstände haben wollte.

Viele Menschen finden Trost und Zuflucht in der Kirche. Seit meiner misslungenen Konfirmation hatte ich keinen weiteren Kontakt mit der Kirche. Neulich sah ich im Fernsehen einen christlichen Gottesdienst. Der Pfarrer erhob in einem prunkvollen Gewand seine Arme über die Gemeinde und sprach: „Der Herr segne euch“. Ich fragte mich, was Gott davon hält, wenn sich ein Mensch ein Kostüm anzieht und ihm sagt, was er (Gott) tunen soll? Auch wollte ich wissen, was die Gemeinde von dieser Show erwartet?

Der Papst wird oft als Stellvertreter Gottes auf Erden bezeichnet – und Jesus als einziger Sohn von ihm. Wer hat mich erschaffen, wenn nicht Gott? Und wenn er mich erschaffen hat – bin dann nicht auch ich sein Kind? Wenn jeder von uns ein Kind von ihm ist – warum ist der Papst der Stellvertreter Gottes und nicht wir alle? Antworten auf diese Fragen habe ich nicht gefunden – mit der Kirche kann ich nichts anfangen.