Nils’ Weg
… ein neuer Weg zu Frieden und Wohlstand. Oder der einzige dorthin?
Nils’ Weg
… ein neuer Weg zu Frieden und Wohlstand. Oder der einzige dorthin?

Aktien sind zum Spielball in Kasinos verkommen

Bänker geben sich seriös, wenn ums Thema Aktien geht. Genauso ihre Käufer und Verkäufer. Aber sie alle sind schlicht Glücksspieler im größten Kasino der Welt.

ca. 6 Minuten Lesedauer

Große Firmen befinden sich im Besitz vieler Menschen

Heute sind viele große Firmen nicht mehr im Besitz einzelner Personen, sondern wurden an viele Menschen stückweise verkauft. Die neuen Besitzer bekommen im Gegenzug ein Stück Papier, auf dem verbrieft ist, dass sie ein Anteil der jeweiligen Firma besitzen. Diese Papiere werden auch Wertpapiere oder konkret für Firmenanteile Aktien genannt.

Bei Firmenanteilen geht es um hohe Beträge, entsprechend gibt es keine Festpreise für die Anteile. Ursprünglich bildeten sich Investoren von Firmenanteilen den Wert der Aktie mithilfe zahlreicher Kriterien:

  • Wert der Firma
  • Auftragseingänge der Firma
  • Preise für Rohstoffe der Firma
  • Mitbewerber am Markt der Firma
  • Zukünftige Marktentwicklung der Produkte der Firma
  • Und vieles mehr…

Solange nur diese Kriterien ging, war es noch übersichtlich und hatte noch Substanz.

Die neuen Eigentümer der betroffenen Firmen können ihre Anteile meist beliebig verkaufen und oft auch leicht neue kaufen. Dieses geschieht an den „Wertpapierbörsen“ oder kurz „Börsen“, teilweise weltweit.

Computer haben das Geschehen übernommen

Inzwischen gibt es meist aber keine Wertpapiere mehr, sondern nur noch Vermerke in Computern. Der An- und Verkauf läuft auch über Computer. Das geht so schnell, dass Kauf und Verkauf teilweise innerhalb derselben Minute getätigt werden.

Der Preis der Aktien hängt von Angebot und Nachfrage ab. Potenzielle Käufer und Verkäufer bieten einen Handel zu einem bestimmten Preis an. Wenn sich ein Paar auf einen Preis einigen kommt der Handel zustande.

Da der Handel über heute Computer laufen können Händler sich weltweit an Firmen beteiligen.

Entsprechend viele Interessenten und Anbieter von Firmenanteilen gibt es, sodass es oft zu zahlreichen Verkäufen pro Minute kommt. Für Computer kein Problem.

Natürlich können Menschen so schnell nicht reagieren und sich Meinungen bilden. Entsprechend haben sie ihre Computer damit programmiert unter bestimmten Kriterien Aktien zu kaufen und verkaufen und nehmen teilweise nur noch eingeschränkt Einfluss auf die Käufe.

Die Börsen sind zu einem weltweiten Spielcasino verkommen

Heute hingegen überlegen sich viele Menschen, wie andere Menschen in der Zukunft die Aktien bewerten werden. Auch die Computeralgorithmen der anderen Käufer und Verkäufer werden berücksichtigt.

Insgesamt gibt es nahezu unendlich viele Faktoren – bis hin zum reinen Bauchgefühl der Käufer und Verkäufer für die Preise beim Kauf bzw. Verkauf von Aktien.

Das Ganze ist inzwischen eine Art Pokerspiel geworden: Wie reagieren die anderen Mitspieler in der Zukunft? Wer das am besten einschätzen kann, weiß ob die Preise steigen oder fallen werden und kauft oder verkauft Aktien.

Dieses ist ein Glücksspiel geworden, weil Menschen und Algorithmen nicht mehr auch nur die meisten Kriterien berücksichtig können, die zur Preisentwicklung beitragen. Entsprechend sind die Börsen inzwischen Glücksspielcasinos.

Die Spielcasinos können binnen kurzer Zeit kollabieren

In den Finanzkrisen 1929 und 2008 wurde deutlich, welche Auswirkung diese Kasinos auf die gesamte Menschheit inzwischen haben.

Verlieren viele Menschen gleichzeitig ihren Glauben an einen Gewinn in diesen Kasinos, ziehen sie ihr Geld raus. Je mehr Menschen das machen, umso mehr schließen sich ihnen an. Heute sind auch die Computer so programmiert in solchen Fällen schnell alles zu verkaufen. Die langsamsten verlieren bei diesem Spiel. Sie können ihre Aktien nur noch, wenn überhaupt, zu einem geringen Preis verkaufen und bekommen entsprechend nur wenig oder gar kein Geld mehr von ihren Investitionen zurück.

Das ist eine Art Kartenhaus: Fällt eine wichtige Karte, kann das gesamte weltweite Finanzsystem zusammenbrechen.

Das ist im Jahr 2008 mit der Firma Lehman Brothers in den USA passiert: Die Firma war überschuldet und alle ihrer Gläubiger verloren all ihr investiertes Geld. Aber schlimmer noch: Auch die Gläubiger anderer Firmen verloren ihr Vertrauen, weil der Staat nicht wie erwartet diese Firma gerettet hatte.

Und weil Aktien und Geld nichts anderes als Vertrauenssachen sind, wurde binnen kürzester Zeit weltweit Aktien, aber auch das Geld allgemein infrage gestellt.

Das Prinzip könnte sich beliebig wiederholen, wie der Fall Wirecard in Deutschland 2020 deutlich machte: Diese Firma hatte ihre Bücher manipuliert und viel weniger Geld als angegeben. Sobald das öffentlich wurde, verkauften alle Händler schnell ihre Aktien und die Firma ging pleite. Allerdings schlug dieser Fall keine so hohen Wellen wie Lehman Brothers.

Betrug mit Aktien

Wenn eine börsenkotierte Firma in Schwierigkeiten gerät kommt sie Teilweise auf die Idee einfach neue, zusätzliche Aktien zu verkaufen.

Natürlich reduziert das den Wert der bisherigen Aktien, weil sich der Wert der Firma nicht ändert, aber es mehr Firmenanteile auf einmal gibt.

Das Ganze ist entsprechend Betrug und häufig die einzige Chance eine in Schieflage geratene Firma zu retten.

Damit der Betrug nicht offensichtlich wird, wird dieses Verfahren „Kapitalerhöhung“ genannt, obwohl es letztlich eine Enteignung der bisherigen Aktieninhaber ist.

Ein weiteres Beispiel ist der Fall Bernie Madoff. Er konnte so geschickt betrügen und eine Art Schneeballsystem etablieren, dass sehr viele Menschen ihm ein Teil ihres Geldes überließen und verloren. Das undurchsichtige System solcher Wertpapiere lädt gerade dazu ein, zu betrügen.

Einfluss des Kasinos auf die gesamte Menschheit

Die Kettenreaktionen wie den Zusammenbruch eines Kartenhauses kann schnell auf alle Bereiche des täglichen Lebens um sich greifen. Im Extremfall wie 1929 verhungern dann viele Menschen oder nehmen sich sogar selbst das Leben.

Wenn das passiert hat es weitere Auswirkungen, weil viele Menschen ihren Glauben ans Geld verlieren. Das dumme daran: Heute werden fast alle Waren und Dienstleistungen mit Geld bezahlt.

Entsprechend gerät der gesamte weltweite Tauschhandel erst ins Stocken und kann weitgehend zum Erliegen kommen. Das Ganze ist dann wie im Kinderspiel „Reise nach Jerusalem“: Wer als Letztes aufhört zu Tauschen, bekommt nichts mehr zurück und ist der Verlierer im Spielcasino.

Diese Angst beschleunigt in solchen Momenten den Zusammenbruch des gesamten Aktien- und Geldsystems.

Dann ist jeder Mensch auf sich gestellt, und die meisten Menschen würden verhungern oder es gäbe wieder Diebstahl im großen Stil.

Fazit: Alle Wertpapierbörsen sind Spielcasinos

Neben den Aktien werden zahlreiche andere Wertpapiere an den Börsen gehandelt. Ihre Substanz ist oft noch geringer. Das gesamte System der unterschiedlichsten Wertpapiere und Börsen sowie was alles noch daran hängt durchschaut heute niemand mehr.

Solange die Finanzsysteme innerhalb von Staaten begrenzt waren, drohten auch nur die jeweiligen Staaten zu kollabieren und das passierte teilweise auch: Regierungen stürzten.

Heute sind viele große Firmen außerhalb der Kontrolle ihrer Besitzer, weil die Aktieneigentümer kaum noch Einfluss auf sie nehmen können. Schließlich kennen sie die Firmen gar nicht, sondern spekulieren nur mit ihren Börsenwerten. Auch die Staaten haben die Kontrolle verloren, weil die Firmen äußerst geschickt weltweit agieren und die Staaten gegeneinander ausspielen.

Ob und wann das skrupellose Spielcasino zusammenbricht, kann niemand vorhersehen. Aber es besteht ein großes Risiko, dass dieses passiert, so wie es im Herbst 2008 fast passiert wäre.

Nach 2008 wurde zwar versucht, durch strenge Auflagen das gesamte System besser zu kontrollieren und zu schützen, aber inzwischen geht alles so weiter wie zuvor. Für die Kontrollinstrumente wurden schlicht Wege gefunden sie zu umgehen und anderweitig zu spekulieren.

Wann das System das nächste Mal kollabiert, oder gar vollständig zusammenbricht, kann kein Mensch vorhersagen. Aber es ist erschreckend, wie gutgläubig mit der Grundlage des Zusammenlebens aller Menschen in einem weltweiten Spielcasino gezockt wird! Seriös sind Aktienhändler entsprechend nicht. Sie sind vielmehr gute Illusionisten und Spekulanten.

Letzte Änderung:

erforderlich

erforderlich