Eigentum und Ansprüche sind immer Betrug

Alle Menschen wünschen sich Eigentum und sonstige Ansprüche um ihre Interessen zu erlangen. Aber kaum jemand versteht, dass jeglicher Anspruch stets Betrug ist.

Der Wunsch von Eigentum

Alle Menschen wünschen sich Eigentum zu besitzen. Also etwas, das nur ihnen und niemand anderem gehört, es ihnen niemand wegnehmen darf und nur sie bestimmen dürfen, wie es verwendet wird. Und die meisten Menschen wünschen sich möglichst viel Eigentum. Aber was ist eigentlich „Eigentum“?

Eigentum ist etwas, an dem ein oder mehrere Menschen Ansprüche besitzen. Heute werden diese Ansprüche meist als „Rechte“ bezeichnet, die vom Staat vergeben und geschützt werden. Dabei versucht der Staat Menschen zu bestrafen, die Eigentum anderer missachten. Durch diese Strafandrohung soll die Missachtung verhindert werden. Kommt es dennoch zur Missachtung, soll derjenige, der das Eigentum missachtet bestraft werden und eine Wiedergutmachung an den Eigentümer erbringen.

Die Idee hinter dem Eigentum

Die Idee Ansprüche an Gegenständen zu haben ist schon sehr alt. Ursprünglich haben Menschen einfach Dinge benannt, an denen sie die Ansprüche behaupteten zu haben. So sind Menschen zum Beispiel zu einem Stück Land gegangen und haben behauptet, es gehöre ihnen. Schnell fingen sie auch an, ihre Behauptung mit Gewalt zu untermauern: Wenn ihnen jemand ihr Land wieder wegnehmen wollte, wendeten sie Gewalt an, um das zu verhindern.

Im Laufe der Zeit erhoben Menschen nicht nur Ansprüche an Land, sondern auch an allen anderen Gegenständen. Dazu kamen noch die Pflanzen, die auf dem Land wuchsen und deren Ernte. Auch Tiere und deren Nachkommen und sogar andere Menschen und deren Kinder wurden benannt. Inzwischen glauben Menschen auch Ansprüche auf ihre Körper, Ideen, Emotionen und Anblicke zu haben. Menschen erfinden also nahezu unendlich viele Ansprüche.

Im Laufe der Zeit änderten sich die Begründungen für diese Ansprüche immer wieder. Das wurde jeweils nötig, weil die ursprünglichen Begründungen als reine Behauptungen bzw. falsch enttarnt wurden. Dann erfanden Menschen neue Begründungen für ihre Ansprüche und nannten sie anders. Bei Ansprüchen auf andere Menschen sprach bzw. spricht man zum Beispiel von „Kindern“, „Sklaven“, „Leibeigenen“, „Staatsbürgern“ oder „Angestellten“. Die Ansprüche selbst änderten sich dabei nur geringfügig. Unterm Strich wurden sie aber immer größer, weil das Bedürfnis Ansprüche zu haben ständig wuchs.

Neben den Behauptungen warum ein Mensch Ansprüche habe, wurden auch Regeln behauptet um diese Ansprüche schützen. Die erste Regel für Eigentum war, dass jeder Gegenstand nur einmal als Eigentum betitelt werden darf. Wenn ein zweiter Mensch also genau das Gleiche macht, sollte das angeblich falsch sein – das wurde dann „Diebstahl“ genannt. Diese Regel ist erforderlich, um die Behauptung Eigentum zu besitzen glaubhaft zu machen. Anschließend stellten Menschen die Regeln auf, es sei möglich diese Ansprüche auch weitergegeben zu können. Entweder als Geschenke, durch Tausch oder durch Vererbung. Die meisten Regeln wurden auch erst behauptet, später enttarnt und dann ähnlich wieder neu erfunden. Der Name dieser Regeln änderte sich auch ständig. Heute werden sie „Gesetze“, „Verordnungen“, „Vorschriften“, Verträge, „Vereinbarungen“, Kompromisse und vieles mehr genannt.

Probleme der Idee von Eigentum

Solange die Erde groß genug war, dass viele Gebiete und Gegenstände noch frei von Ansprüchen der Menschen waren, war das kein großes Problem. Wenn andere Menschen auch derartige Ansprüche haben wollten, wanderten sie einfach ab und erhoben in anderen Teilen der Erde die gleichen Ansprüche. Heute ist das aber anders: An allen Gebieten der Erde erhebt irgendein Mensch Anspruch. Genauso an allen Gegenständen, Pflanzen, Tieren, Menschen, Ideen und so weiter.

Menschen kamen später auf die Idee die vielen Ansprüche und Regeln zu bewerten und sie in Rangordnungen zu stellen. Durch diese Erfindung war es möglich eigene Ansprüche über die Ansprüche anderer zu stellen und dadurch Vorteile zu erlangen, ohne sich die Mühe zu machen, alte Behauptungen zu enttarnen und zu entkräften. Diese Rangordnungen sind ebenfalls reine Behauptungen.

Für diese zahlreichen Behauptungen erfanden die Menschen natürlich Begründungen, damit andere Menschen sie glaubten und nicht infrage stellten. Nur dadurch ist es möglich durch Behauptungen Vorteile zu erlangen. Oft konnten die anderen Menschen diese Begründungen nicht nachvollziehen. Dann wurde behauptet, es gäbe höhere Werte oder Gründe, die nicht jeder Mensch verstehen könne. Menschen behaupten also, selbst bessere Menschen zu sein und deshalb besser zu erkennen, welche Behauptungen stimmen würden. Heute sind Gruppen wie die Kirche, die Wissenschaft oder der Staat bekannt, früher gab es auch andere. Sie alle basieren wieder nur auf Behauptungen …

Ansprüche aufgrund eigener Leistungen

Es gibt Menschen, die behaupten Ansprüche aufgrund eigener Leistungen zu haben.

Jedoch hat sich niemand selbst erschaffen, sich eigenständig einen Körper und Verstand erzeugt und keiner bereitet sich alleine seine Lebensumstände, in denen er wirkt.

Entsprechend ist die Ansicht Ansprüche aufgrund eigener Leistungen zu haben nochmal nur eine Behauptung …

Der Betrug hinter der Idee von Ansprüchen

Letztlich basieren alle Ansprüche, Regeln, Ranglisten und Begründungen ausschließlich auf Wunschdenken und Behauptungen von Menschen. Das liegt daran, dass sich nichts im Leben beweisen lässt und alles nur Glaube ist. Der Vorteil dieser Behauptungen liegt in der Nutzung der beanspruchten Objekte und Verhaltensweisen anderer Menschen. Wenn Menschen aufgrund von Wunschdenken und Behauptungen Vorteile erlangen wird dieses allgemein als Betrug angesehen.

Der Trick hinter diesem Betrug liegt darin, dass Behauptungen einfach aufgestellt, aber nur schwer widerlegt werden können. Zwar kann man auch behaupten, dass eine andere Behauptung nur eine Behauptung sei, aber dann steht Aussage gegen Aussage und das überzeugt niemand. Um eine Behauptung zu enttarnen, muss man eine logische Kette von Argumenten aufstellen, die andere Menschen überzeugt. Das ist viel aufwendiger und dauert länger als dann die Erfindung einer neuen Behauptung. Dadurch ist es nicht möglich sich mit Argumenten gegen Erfinder von Behauptungen zu wehren, weil sie meist neue Behauptungen erfinden, sobald ihre alten Behauptungen drohen enttarnt zu werden.

Also sind alle Menschen Betrüger, die behaupten Ansprüche zu besitzen. Daran ändert auch nichts, weil heute fast alle Menschen auf die Behauptung Ansprüche besitzen zu können hereingefallen sind.