Kompromisse lösen keine Konflikte

Viele Menschen hoffen, durch Kompromisse dauerhaft Konflikte zu lösen. Frieden erlangen sie durch sie jedoch nicht. Kompromisse erzeugen stets Stress.

Sinn und Ziele von Kompromissen

Jeder Mensch hat Bedürfnisse und versucht, diese in seinem Leben zu befriedigen. Jedoch stehen diese oft im Widerspruch zueinander. Dann gibt es Konflikte zwischen ihnen.

Eine Möglichkeit ist es, solchen Menschen aus dem Weg zu gehen. Solange die Erde noch nicht vollständig besiedelt war, war das ein gutes Verhalten.

Heute ist das jedoch nicht mehr möglich, da die Erde komplett von bewohnt ist. Auch gibt es inzwischen in fast jedem Bereich Menschen, die ihn für sich beanspruchen. Zum Beispiel der Staat das alleinige Recht, Gewalt anzuwenden. Und aufgrund der Globalisierung gibt es für die meisten Waren und Dienstleistungen inzwischen nur noch einen ernst zu nehmenden Anbieter.

Dadurch ist es heute nicht mehr ernsthaft möglich, Konflikten aus dem Weg zu gehen.

Im Laufe der Zeit haben Menschen nach Möglichkeiten gesucht Ihre entgegengesetzten Bedürfnisse im gegenseitigen Einvernehmen zu lösen. Hierfür haben sie sogenannte „Kompromisse“ erfunden und verwenden sie oft.

Mit ihnen sollen die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigt werden und von allen wird gleichermaßen erwartet, jeweils auf einen Teil ihrer zu verzichten. Im Gegenzug dafür wird für alle Frieden versprochen.

Zum Beispiel werden demokratisch erzielte Gesetze oft als Kompromisse betrachtet. Sie sollen allen Menschen Frieden bescheren.

Probleme von Kompromissen

Jedem Menschen ist vor dem Schließen von Kompromissen bewusst, auf etwas verzichten zu müssen. Entsprechend versuchen viele, für sie möglichst gute zu erzielen. Dadurch wird fast immer um Kompromisse gestritten. Der Kampf wird also schlicht verlagert und lediglich zu einem Zeitpunkt beendet. Gelöst werden Konflikte dabei jedoch nicht.

Um einen Kompromiss zu schließen, sollen alle Beteiligten jeweils auf ein Teil ihrer Bedürfnisse verzichten. Durch sie hat also niemand inneren Frieden, da keiner bekommt, was er sich wünscht.

Kompromisse sind genau genommen Verträge: Die Beteiligten erpressen sich jeweils gegenseitig ihre Eingeständnisse wieder aufzugeben, falls sie den von ihnen erhofften Vorteil nicht bekommen. Diese Erpressungen bestehen die gesamte Zeit, während der Kompromiss gilt. Dadurch setzen sich Menschen jeweils gegenseitig unter Druck, der nie dazu führt, dass sie sich wohlfühlen. Meist haben entsprechend alle Beteiligten dauerhaft Ängste, der Kompromiss könnte aufgekündigt werden und müssen mit ihnen leben.

Jedoch dürfen Kompromisse im Gegensatz zu Verträgen einseitig und fristlos gekündigt werden ohne direkte Konsequenzen. Jedoch entfachen nach einer Kündigung meist neue Kämpfe.

Fazit zu Kompromissen

Es gibt keinen Kompromiss, mit dem alle zufrieden sind. Im Gegenteil: Immer sollen alle Menschen unter ihnen leiden und sie halten sich nur notgedrungen an sie.

Der Streit zwischen und in ihnen schwelt also weiter. Er wird nur nicht mehr offen gezeigt und ausgetragen. Entsprechend müssen alle Beteiligten ihren Ärger in sich hineinfressen. Das führt mindestens zu ihrer Unzufriedenheit, oft aber auch zu seelischen Stress, bis hin zu Depressionen. Oder der Kampf wird irgendwann wieder neu offen ausgetragen, weil einer der Beteiligten den Druck nicht mehr aushält.

Kompromisse bringen also nie Frieden und sind entsprechend meist nur zum Vorteil des jeweils stärkeren, damit er nicht dauerhaft weiterkämpfen braucht. Er hat dann den größten Nutzen von ihnen, obwohl versprochen wird, sie seien gerecht.

Entsprechend werden bei Kompromissen allgemein Versprechungen gemacht, die nicht erfüllt werden. So ein Verhalten wird meist als Betrug bezeichnet.

Wer Kompromisse anbietet, ist allgemein nicht bereit seine Mitmenschen zu lieben. Liebe ist die Bereitschaft, alles zu geben, ohne etwas zu erwarten.

Entsprechend sind Kompromisse ungeeignet, um in Frieden zu leben, da jeder Anbieter von ihnen bereits deutlich macht, selbst nicht liebevoll sein zu wollen. Stattdessen versucht er, andere dauerhaft zu erpressen.