Nils‘ Weg
… ein neuer Weg zu Frieden und Wohlstand. Oder der einzige dorthin?
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Gerechte Strafen sind Wunschdenken

Der Wunsch andere Menschen zu schädigen ist oft so groß, dass sich viele nicht Gedanken machen, ob Strafen überhaupt gerecht sein können. Sie können es nicht!

ca. 5 Minuten Lesedauer

Der Versuch der gegenseitigen Erziehung

Die allermeisten Menschen haben sich daran gewöhnt, ihre Kinder zu erziehen. Damit versuchen sie Einfluss auf diese und ihr Leben als Erwachsene zu nehmen.

Aber oft reicht das nicht aus. Die meisten Menschen wollen auch andere Erwachsene erziehen, weil diese als Kinder nicht so erzogen wurden, wie sie es sich wünschen. Dabei sollen diese von bestimmten Tätigkeiten abgehalten oder zu anderen angestiftet werden. Zum Beispiel sollen diese niemand ermorden und stets Menschen in Not helfen.

Am liebsten zwingen Menschen sich heute gegenseitig mit vielen Verträgen und Gesetzen zum gewünschten Verhalten. Dabei sehnen sich viele nach fast vollständiger Kontrolle über andere. Dadurch erlangen sie Macht über diese und hoffen, so selbst das bestmögliche Leben zu haben.

Natürlich brauchen sie dafür jede Menge Druckmittel. Ein sehr Beliebtes sind die sogenannte Strafen. Durch diese werden die anderen Menschen erpresst, sich so zu verhalten, wie es selbst gewünscht ist. Falls sie dieses nicht tun wird ihnen stets vorsätzlich Leid zugefügt, sie werden bestraft. Dieses kann eine Unterlassung in Form von Ignoranz bei Kindern bis hin zur körperlichen Folter bei Erwachsenen sein.

Weiterhin besteht bei Menschen die Sucht nach Gerechtigkeit. Das bedeutet, wenn sich einer falsch behandelt fühlt, hat er das Bedürfnis, dass auch ein anderer leiden soll. Dieses wird dann als auch als „Strafe“ bezeichnet.

Inzwischen haben sich die meisten Menschen so daran gewöhnt, andere vorsätzlich zu bestrafen, dass eine allgemeine Weisheit lautet: „Strafe muss sein.“

Die Suche nach dem gerechten Strafmaß

Bei allen Strafen steht das Maß des Leides im Mittelpunkt, dass den anderen zugefügt wird. Stets soll dieses Strafmaß hoch genug sein, die eigenen Ziele zu erlangen, aber noch gering genug, um nicht selbst bestraft zu werden.

Oft werden die Handlungen bzw. Unterlassungen, die bestraft werden sollen als falsch angesehen. Entsprechend wird dann ein anderes Leid ausgewählt. Mörder werden heute zum Beispiel meist lebenslänglich eingesperrt.

Dennoch werden aber auch weiterhin Gleiches mit Gleichem vergolten. Das wird dann meist als „Rache“ bezeichnet. Hierzu hat auch Jesus mit „Auge um Auge“ aufgerufen, um zumindest schlimmeres zu verhindern.

Teilweise wird aber auch in Einzelfällen besonders intensives Leid verursacht, um andere Menschen damit davor abzuschrecken bestimmte Taten nachzuahmen. Zum Beispiel sollen Menschen davon abgehalten werden, sich an Kindern sexuell zu vergehen. Alleine der Besitz von Bildern mit nackten Kindern führt teilweise zu langen Gefängnisstrafen. Die Hoffnung dabei: Dadurch werden weniger Bilder von nackten Kindern gemacht und diese somit geschützt. Es werden also Menschen bestraft, die sich gar nicht am Kindesmissbrauch beteiligt haben, weder direkt, noch indirekt.

Zwischen den unterschiedlichen Kulturen und Zeiten der Geschichte variierte das Gefühl, was eine angemessene Strafe ist teilweise deutlich. Zum Beispiel wurden früher Pferdediebe teilweise sofort aufgehängt, heute jedoch meist nur mir kleinen Geldstrafe bedacht.

Streit um die Frage, wer das Strafmaß festlegt

Natürlich ist es heiß begehrt das vermeintliche Fehlverhalten anderer zu sanktionieren. Dadurch fühlen sich die agierenden Menschen selbst als eine Art Gott, mindestens aber als bessere Menschen. Entsprechend streiten viele erpicht darum, wer das jeweilige Strafmaß erst theoretisch festlegen darf (heute in Gesetzen des Staats) und anschließend praktisch anzuwenden (heute die Justiz des Staats).

Seit ca. 5.000 Jahren versuchen die Menschen inzwischen sich hierbei dauerhaft zu einigen – ohne anhaltenden Erfolg.

Teilweise glauben Menschen den Anspruch zu besitzen das Strafmaß festlegen zu dürfen, dann kommen aber andere Menschen, die dieses infrage stellen und gewaltsam ändern. Schon oft wurden Anführer von Staaten von ihren Nachfolgern im Nachhinein oder anderen Staaten per Strafe sanktioniert.

Es gibt also keine allgemeingültigen und anhaltenden Ansichten über das angemessene Strafmaß, teilweise nicht mal über die Handlungen oder Unterlassungen, die überhaupt sanktioniert werden sollen. Auch nicht, wer Strafen auswählen und anordnen darf.

Farce von Strafen

Alle Menschen halten es für falsch, anderen Menschen vorsätzlich Leid zuzufügen. Gleichzeitig sind aber fast alle Menschen der Ansicht Menschen, die sie anders verhalten als sie es sich wünschen per Strafe zu sanktionieren. Menschen zu bestrafen bedeutet jedoch stets, ihnen vorsätzlich Leid zuzufügen.

Aber jemand vorsätzlich Leid zuzufügen gilt ja bereits auch als strafbar. Entsprechend müssten alle Menschen, die Strafen festlegen und ausführen ebenfalls bestraft werden. Da heute fast alle Menschen sich als Bürger von Staaten indirekt daran beteiligen, müssten also alle Menschen bestraft werden.

Vermutlich war das der Hintergrund von Mahatma Gandhi, als er erkannte: „Auge um Auge – und die ganze Welt wird blind sein.“

Mildere Strafen festzulegen als die zu sanktionierende Handlung gibt aber auch keinen Sinn. Dann hätten die Menschen weiterhin einen Vorteil und würden mit ihren Handlungen aus Sicht der Strafenden nie aufhören.

Abgesehen von der abschreckenden Wirkung von Erpressungen, Gesetzen, Verträgen usw. liegen die Strafen immer im Nachhinein. In diesen Fällen haben die Strafen keine Auswirkung mehr auf die jeweils sanktionierten Handlungen bzw. Unterlassungen. Strafen ändern also nichts direkt an den Handlungen bzw. Unterlassungen, die verhindert werden sollen.

Allerdings gehen viele Menschen davon aus, dass Menschen, die sich aus ihrer Sicht falsch verhalten haben, nichts aus ihren Erfahrungen dabei gelernt haben. Entsprechend vermuten sie, dass sich diese mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erneut so verhalten werden. Dieses ist aber eine reine Annahme und nimmt den ihnen die Möglichkeit, eigenständig lernfähig zu sein.

Fazit: Es gibt keine gerechten Strafen

Menschen können die Schuld von anderen Menschen grundsätzlich nicht erkennen und wählen diese nur willkürlich aus persönlichen Motiven aus. Alle dafür vorgelegten Beweise sind zudem unvollständig, sodass das vermeintliche Fehlverhalten des zu bestrafenden nie zweifelsfrei nachgewiesen werden kann. Zudem hat niemand auch nur irgendwelche Ansprüche auf bestimmte Handlungen oder Unterlassungen anderer.

Wenn Menschen andere bestrafen tun sie dieses also um eigene Vorteile, aufgrund von bloßen Behauptungen zu erlangen. Dieses wird allgemein als Betrug bezeichnet.

Der Vorteil andere Menschen zu bestrafen liegt mindestens in der eigenen Emotion dieses zu können und zu dürfen. Meist erlangen die Strafenden weitere Vorteile, indem sie ihre Opfer schwächen und dadurch selbst mehr Macht bekommen.

Alle Rechtfertigungen andere Menschen bestrafen zu dürfen sind stets frei ausgedacht und damit reine Behauptungen. Zumindest war es bislang so und es gibt keinen Grund zur Annahme, dass sich dieses jemals ändern wird. Der Betrug von Staatsführern und -diener zeigt dieses eindrücklich.

Entsprechend sind alle Strafen grundsätzlich falsch und somit niemals gerecht.

Strafen werden zudem meist auch gewaltsam durchgesetzt. Die Gewaltanwendung zeigt die Schwäche der Strafenden.

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