Die Ermittlung von Ursachen ist nicht möglich

Die Wirkung von Ursachen zu erkennen nutzt der Weiterentwicklung von Menschen. Aber die Ursache einer Wirkung herauszufinden nicht möglich.

Eine Ursache und seine Wirkung

Es gibt das Prinzip von Ursache und Wirkung. Zum Beispiel kann ein Mensch ein Baum fällen. Dabei hat die Ursache „Fällung“ die Wirkung „Tod des Baumes“.

Jeder Mensch lernt dieses Prinzip in seiner Kindheit. Nur durch dieses ist es ihm möglich selbstständig herauszufinden, wie eine Handlung ist: Er probiert etwas aus und schaut, was passiert. Gefällt ihm, was passiert, betrachtet er sie als gut, andernfalls als schlecht. Auf diese Weise können Menschen vieles erst herausfinden und dann anwenden, um etwas selbst zu erreichen.

Jede Wirkung hat viele Ursachen

Es gibt aber auch viele Experten, die dieses Prinzip versuchen umzudrehen. Also versuchen, von einer Wirkung eine Ursache zu ermitteln. Sinn dieser Umkehr ist es entweder Einfluss auf die Wiederholung der Ursache zu nehmen oder jemand die Schuld für eine Wirkung zu geben.

Jedoch passiert eine Wirkung nie aufgrund einer einzelnen Ursache. Es müssen immer zahlreiche Ursachen zusammenkommen, damit eine Wirkung entsteht.

Wenn zum Beispiel ein Baum tot ist, kann er zwar gefällt worden sein. Aber es ist auch denkbar, dass er durch Sturm umgekippt, durch Schnee zusammengebrochen oder nach einem Blitzschlag verbrannt ist. Es ist also nicht möglich, aus der Wirkung „Tod des Baumes“ auf eine bestimmte Ursache zu schließen. Fast immer gibt es unterschiedliche Ursachen, die zu einer Wirkung führen können.

Und wenn der Baum gefällt wurde, können es viele Menschen gewesen sein, aber Biber. Es ist also zusätzlich nicht möglich, bei einer Wirkung einen konkreten Verursacher zu benennen.

Zwar kann man an einem Baum erkennen, ob er umgesägt wurde und mit Glück und großem Aufwand auch den Menschen ermitteln, der gefällt hat. Aber dann ist es immer noch nicht möglich, einen einzelnen Verursacher zu benennen, denn an jeder Handlung eines Menschen wirken stets mehrere Menschen zusammen: Damit ein Mensch den Baum umsägen kann, braucht er eine Säge, die ein anderer Mensch hergestellt und ein Dritter ihm verkauft hat. Auch muss er überhaupt erst mal leben und dafür mussten ihn seine Eltern zeugen und aufziehen.

Hinzu kommt, dass zahlreiche Menschen versuchen, Einfluss auf die Handlungen von Menschen zu nehmen. Lehrer tun das mit Erziehung, die Wirtschaft mit Werbung, die Politik mit Gesetzen, Arbeitgeber mit Geld, Lebenspartner mit Liebe usw. Handlungen von Menschen sind dadurch stets das Produkt der Mitwirkung vieler Menschen, da sich kein Mensch allen Einflüssen entziehen kann.

Es gibt auch noch viele Umstände, die Einfluss auf Menschen haben, an denen kein Mensch beteiligt war. Zum Beispiel fällen reiche Menschen keine Bäume, sie kaufen Holz und ohne einen Kamin braucht man kein Holz. Handlungen von Menschen sind also von Faktoren abhängig, die sie nicht beeinflussen können.

Um eine Handlung auszuführen, muss ein Mensch auch erst mal den Gedanken haben, ihn auszuführen. Woher die Gedanken von Menschen kommen weiß niemand. Wenn alle Menschen ihre Gedanken selbst hervorrufen würden, gäbe es keine Erfinder, weil nur Bekanntes eigentständig gedacht werden kann. Da es sie aber gibt, muss es äußere Einflüsse für Gedanken von Menschen geben.

Viele Handlungen vollziehen Menschen, weil sie keine andere Lösung erkennen ihre Interessen zu erlangen. Hier könnten andere Menschen im Vorwege selbstlos helfen. Zum Beispiel kann man Brennholz verschenken, damit kein Baum gefällt werden braucht. Die Unterlassung solcher Hilfen haben auch Einfluss auf Handlungen von Menschen.

Viele Gegenstände werden von der Natur hervorgebracht. Es gibt so viele Einflüsse auf Gegenstände, wie sie vielfältig ist. Die Gegenstände, die von Menschen hergestellt werden, hängen ebenfalls von sehr vielen Einflüssen ab, da diese Menschen wie beschrieben schon von vielen Einflüssen abhängen. Auch Gegenstände, die von Maschinen hergestellt werden unterliegen von etlichen Einflüssen, da die Maschinen von Menschen erschaffen werden und letztlich alle Werkstoffe aus Naturprodukte bestehen. Andere Stoffe existieren es auf der Erde nicht.

Es gibt also sehr viele Einflüsse, die zu den Eigenschaften von Gegenständen und Handlungen von Menschen führen. Natürlich kann man jeden dieser Einflüsse als Ursache einer Wirkung benennen. Wäre dieser Einfluss nicht oder anders gegeben, wäre es nicht zu dieser Wirkung gekommen. Aber das trifft genauso auch auf viele andere Einflüsse zu.

Zwar kann man bei jeder Wirkung versuchen, Einflüsse zu erkennen, mit denen sich eine Wiederholung der Wirkung verändert. Dennoch ist es ausgeschlossen, die Wiederholung zuverlässig zu verändern, da immer andere Ursachen auftreten können, die zur gleichen Wirkung führen.

Entsprechend ist es nicht möglich, von einer Wirkung auf eine einzelne Ursache zu schließen. Somit kann auch kein Verursacher einer Wirkung benannt werden.

Fazit: Schuldvergabe nach Ursachenermittlung ist nicht möglich

Anderen Menschen die Schuld an einer Wirkung zu geben ist somit auch nicht möglich, da man nie auf eine Ursache bzw. einen Verursacher schließen kann. Dennoch tun das viele Menschen, um eigene Vorteile zu erlangen. Das tun sie offensichtlich mit reinen Behauptungen, weil es jeweils auch andere Ursachen bzw. Verursacher gibt. Die Auswahl erfolgt jeweils willkürlich.

Nur aufgrund von bloßen Behauptungen einen Vorteil zu erlangen wird allgemeint Betrug genannt.

Der Betrug liegt in der Anmaßung eines Menschen, entscheiden zu können, welche abweichende Entscheidung ein anderer Mensch in einer willkürlich ausgewählten Situation hätte treffen sollen.

Er überblickt aber nicht alle Erfahrungen, Fähigkeiten, Gedanken, Emotionen, Bedürfnisse und Wünsche dieses Menschen, die zu seiner Entscheidung geführt haben. Er vergibt also die Schuld, ohne alle Umstände zu kennen, die zu ihr geführt haben. Auch zahlreiche andere vorherige Entscheidungen haben diese Entscheidung erst ermöglicht. Entsprechend sind sie genauso zu berücksichtigen, werden aber bei der Entscheidung ausgeblendet.

Der Vorteil davon liegt in der eigenen Emotion die Größe zu besitzen, selbst eine bessere Entscheidung treffen zu können. Wenn die Schuldvergabe von einem bezahlten Richter erfolgt, liegt ein weiterer Vorteil in der Vergütung für seine Tätigkeit. Falls mit der Schuldfrage zusätzlich noch Strafen oder Wiedergutmachungen verbunden ist, verschafft die Schuldvergabe einen weiteren Nutzen.