Zwänge werden als Ausreden missbraucht

Fast alle Menschen zwingen ständig andere vielfach. Der Grund hierfür sind niedere Beweggründe, weil sie selbst nicht bereit sind, Verantwortung zu tragen.

Das Leben ist voll von Zwängen

Das Leben von Menschen ist bereitet ihnen zahlreiche innere und äußere Zwänge. Zum Beispiel hat jeder Mensch den inneren Zwang zu leben und den äußeren Zwang zu atmen, um seinen Körper am Leben zu halten.

Ein weiterer natürlicher Zwang besteht zum Beispiel, wenn das Nahrungsangebot in einer Region nicht mehr alle Lebewesen ernährt. Dann sind einige gezwungen abzuwandern.

Es gibt aber auch Zwänge, die sich einzelne Menschen selbst auferlegen, weil sie bestimmte Wünsche haben. Zum Beispiel muss ein Model schlank sein, um bewundert zu werden. Entsprechend ist es gezwungen es wenig essen und sich viel bewegen. Auch legen sich Menschen eigene Zwänge auf, weil sie selbst bestimmte Ansichten haben möchten. Zum Beispiel verbringen manche Gläubige viel Zeit mit beten, weil sie glauben wollen dadurch von Gott besonders geliebt zu sein. Beide Zwänge legen sich diese Menschen nur sich selbst auf.

Aber es gibt auch sehr viele Zwänge, die sich Menschen gegenseitig auferlegen. Zum Beispiel Gesetze des Staates, allgemeine Ordnungen, gegenseitige Verträge und eingegangene Kompromisse. Zwar ist jeder Mensch mehr oder weniger daran beteiligt, sich selbst diese Zwänge aufzuerlegen, aber genauso sind andere Menschen daran beteiligt.

Weiterhin gibt es Zwänge, die Menschen einseitig anderen aufbürden. Hierzu gehören Erpressungen, Sklaverei und Behauptungen über den vermeintlichen Willen einer höheren Macht (zum Beispiel Gott). Diese Zwänge werden schwächeren von stärkeren einseitig bereitet.

In der westlichen Welt gibt es heute hauptsächlich Zwänge, die sich Menschen selbst, anderen oder gegenseitig auferlegen. Unmittelbare natürliche Zwänge haben die hier lebenden hier weitgehend überwunden.

Missbrauch von Zwängen

Menschen müssen Nahrung zu sich nehmen, um zu überleben. Diejenigen, die sich nicht selbst um Nahrung bemühen wollen sind entsprechend gezwungen sich diese auf andere Art zu beschaffen, falls sie niemand füttert. Zum Beispiel durch Diebstahl.

Teilweise rechtfertigen sie diesen damit, dass auch sie überleben müssten. Wenn sie jedoch in der Lage sind zu arbeiten, dann missbrauchen sie den Zwang zu überleben als Ausrede für ihren Diebstahl.

Staatsdiener haben das Bedürfnis, die Verantwortung für andere Menschen zu tragen. Um diese zu erfüllen, zwingen sie ihre Bürger vielfach. Zum Beispiel nötigen sie Bürger, sich im Auto einen Gurt anzulegen, um sie bei Unfällen vermeintlich zu beschützen, einen aus ihrer Sicht unnötigen Schaden zu erleiden.

Diese Erpressung der Bürger rechtfertigen sie mit ihrer eigenen (frei erfundenen) Behauptung für diese verantwortlich zu sein. Dabei missbrauchen sie die möglicherweise bestehenden Unfallrisiken im Straßenverkehr als Ausrede für den Zwang, den sie auf die Bürger ausüben.

Würden sie erkennen, dass sie sich selbst die Verantwortung auferlegt haben, auf die Bürger zu achten, hätten sie keine Ausrede mehr für diesen Zwang ihnen gegenüber. Entsprechend missbrauchen sie ihre eigene Behauptung, Verantwortung für Bürger zu tragen als Ausrede für den Zwang, den sie ausüben.

Ihre Ansichten über die aus ihrer Sicht bestehenden Unfallrisiken erlangen sie meist durch wissenschaftliche Erkenntnisse und betrachten diese als Zwang, dass sich Bürger einen Gurt beim Autofahren legen müssen. Jedoch ist die Wissenschaft fehlbar und ihre Erkenntnisse stellen damit nicht wie behauptet einen Zwang dar, sich im Verkehr anzuschnallen. Entsprechend missbrauchen sie die von der Wissenschaft behaupteten Zwänge, um Bürger zu zwingen.

Produzenten, Eigentümer und Händler von Lebensmitteln zwingen Menschen, ihnen Geld für ihr diese zu geben. Sie betrachten sie als ihr Eigentum. Jedoch basiert Annahme, diese seien ihr Eigentum ausschließlich auf Behauptungen und sind damit unzutreffend. Somit missbrauchen Produzenten, Eigentümer und Händler von Lebensmitteln ihre eigene Behauptung, um auf andere Menschen den Zwang auszuüben ihnen Geld zu geben.

Wenn die Nennung von Zwängen nicht wirkt …

Wenn Menschen ihre Ziele durch die Nennung von Zwängen nicht erreichen, erfinden sie oft andere Ausreden.

Typisch beim Staat ist: „Es gibt Regeln, an die sich jeder halten muss.“ Eine Begründung für diese Aussage gibt der Staat jedoch nicht. Im Gegenteil: Allgemeine Regeln fördern Streit. Es wird also ein vermeintlicher Zwang einfach erfunden, um damit Zwang auf andere auszuüben.

Teilweise wird auch schlicht ein Wort als Zwang genannt: „Alternativlos“ war in Deutschland zum Beispiel kurze Zeit sehr beliebt. Auch das war wieder nur eine Behauptung, die nicht bewiesen wurde.

Kindern wird gerne eingeredet: „Jeder muss zur Schule gehen“. Anschließend bekommen sie zu hören: „Jeder braucht eine Ausbildung“. Danach geht es mit „jeder muss arbeiten“ weiter. Ebenfalls diese Zwänge sind nicht bewiesen, werden aber von fast allen Eltern verwendet.

Der Beweis von Zwängen ist auch nicht möglich, weil letztlich jeder Beweis von Menschen geglaubt werden muss. Eine andere Möglichkeit, als zu glauben, haben sie nicht. Sie können ihren eigenen Verstand nicht überprüfen und damit hat niemand die Möglichkeit, einen Beweis als zweifelsfrei erkennen. Auch nicht die, die dieses erfolgreich machen. Jeder Einzelne kann sie nur glauben oder nicht.

Somit bleibt die Nennung von jedem Zwang stets eine reine Behauptung und ist keinen Grund auf andere Menschen Druck auszuüben.

Nachdem viele Menschen mit der Nennung von Zwängen ihren Willen nicht bekommen üben sie meist Zwang in Form von Gewalt aus. (Dabei ist unerheblich, ob sie die Gewalt selbst anwenden, oder dafür den Staat benutzen, der nur aufgrund reinenn Behauptungen besteht.) Sich selbst reden sie dabei ein, dass sie recht damit hatten, dass es einen Zwang gibt.

Jedoch hat jeder Mensch die Möglichkeit, Zwang in Form von Gewalt auszuüben. Einen Anspruch darauf jedoch hat niemand.

Weiterreichung von Zwängen

Bei jedem Zwang, der auf einen Menschen ausgeübt wird, hat er jeweils die freie Wahl ihm zu erliegen oder sich ihm zu widersetzen. Natürlich haben sie Angst einem ausgeübten Zwang auszuhalten. Stets glauben sie dadurch Nachteile zu erleiden oder Vorteile zu verpassen. Oft wird ihnen dieser Glaube von anderen Menschen eingeredet, die sie damit versuchen zu zwingen. (So etwas wird „Erpressung“ genannt.)

Entsprechend einfacher ist es, den jeweiligen Zwang an andere Menschen weiterzureichen als sich ihm selbst zu widersetzen. Zum Beispiel erpresst ein Bäcker seine Kunden ihm Geld für Brot zu bezahlen, weil er vom Schlachter gezwungen wird ihm welches für Wurst zu geben.

So zwingen heute fast alle Menschen andere, weil sie selbst gezwungen werden, aber nicht den Mut aufbringen sich dem jeweiligen Zwang zu widersetzen.

Manche Menschen lassen sich sogar dafür bezahlen, dass sie Zwänge auf andere ausüben. Zum Beispiel Polizisten: Sie bekommen dafür Geld, dass sie Bürger zwingen, sich an die Gesetze des Staates zu halten. Sie lassen sich also freiwillig selbst zwingen, um auf andere Menschen einen Zwang auszuüben. Sie reichen entsprechend den Zwang schlicht weiter.

Allgemeine Anerkennung von zwingendem Verhalten

Heute weiß jeder Mensch, dass jeder von irgendwem vielfach gezwungen wird. Diese gegenseitigen Zwänge sind inzwischen derart üblich, dass kaum jemand es als falsch empfindet Zwang auf andere Menschen auszuüben.

Kein Bäcker empfindet es als falsch, seine Kunden zu erpressen ihm Geld für Brot zu geben. Und doch handelt es sich um den Zwang „wenn du mir kein Geld gibst, gebe ich dir kein Brot“. Statt jedoch diesen Zwang als Erpressung und damit als negativ anzusehen, findet er fast immer Zustimmung: „Der muss auch sehen, wie er klarkommt.“

Viele Menschen lassen sich sogar dafür bezahlen, andere Menschen zu etwas zu zwingen. Zum Beispiel die Polizisten. Statt dieses Verhalten als falsch zu benennen wird er meist wohlwollend anerkannt: „Der macht auch nur seinen Job“.

Inzwischen erwarten viele Menschen sogar Respekt und Anerkennung dafür, dass sie Zwang auf andere Menschen ausüben. Politiker sind zum Beispiel. Und doch machen sie fast nichts, außer Gesetze zu erlassen, die Zwänge auf Staatsdienern und Bürgern ausüben.

Jedoch ist fast jeder auf andere Menschen ausgeübte Zwang schlicht eine Erpressung. Allerdings will das kein Mensch erkennen, weil Erpressungen allgemein negativ betrachtet werden.

(Die fehlende Einsicht, dass viele Zwänge schlicht Erpressungen sind, zeigt eine gestörte Wahrnehmung der meisten Menschen.)

Vermeintliche Rechtfertigungen für das Ausüben von Zwängen

Oft besteht die Forderung, zumindest Eigentum zu respektieren. Sie ist bereits ein Zwang, der auf andere ausgeübt wird. Jedoch ist die Annahme Eigentum zu besitzen eine frei erfundene Behauptung und übt schon selbst Zwang auf alle anderen Menschen aus: Sie sollen den jeweiligen Gegenstand nicht verwenden. Statt einzusehen, selbst Zwang auszuüben, verurteilen sie andere Menschen, wenn sie sich nicht zwingen lassen wollen. (Das täten diese, wenn sie Eigentum nicht respektieren würden.)

Gerne geben Menschen anderen auch sogenannte Schuld. Dabei reden sie sich selbst und anderen ein, keine eigenen Fehler zu begehen, und versuchen gleichzeitig andere zu zwingen ein schlechtes Gewissen zu haben. Die Vergabe von Schuld ist heute allgemein üblich und wird oft angewandt, obwohl kein Mensch dazu fähig ist.

Wer jedoch einem Zwang widersteht und sich nicht erpressen lässt, bekommt meist zu hören: „Du bist selbst schuld, wenn du einen Schaden hast.“ Es ist allgemein anerkannt solchen Menschen vorsätzlich einen Schaden zuzufügen. Zum Beispiel durch Erhebung von Bußgeldern oder Einsperren.

Natürlich ist dieses vorsätzliche Zufügen eines Schadens wiederum ein Zwang, der ausgeübt wird. Derartige Strafen sind heute gesellschaftlich nicht nur anerkannt, sondern bei den meisten Menschen auch sehr beliebt.

Jedoch lediglich, wenn auf andere der Zwang ausgeübt wird. Jeder hofft, dass er im Spiel der gegenseitigen Zwänge gut abschneidet und mehr Vor- als Nachteile erhascht. Die Hoffnung darauf betrachten die meisten Menschen als Rechtfertigung, sich selbst daran zu beteiligen zu dürfen.

Der Wunsch gezwungen zu werden

Viele Menschen wollen nicht eigenständig denken und handeln. Sie empfinden es als bequem, sich von anderen dieses abnehmen zu lassen. Das ist ein wesentlicher Grund für allgemeine Ordnungen.

Allerdings gibt es keine Machthaber, die diese erlassen, ohne für sich selbst Vorteile daraus zu ziehen.

Viele fallen dennoch immer wieder auf die Illusion herein, dass sie mehr Vor- als Nachteile bekommen, wenn sie sich zwingen lassen. Doch die Geschichte der Menschheit zeigt, dass jede allgemeine Ordnung irgendwann zusammengebrochen ist. Meist, weil sich zunehmend mehr ungerecht behandelt fühlten und sich gezwungen sahen, als die jeweilige Ordnung zu missachten und zu beseitigen.

Offensichtlich funktioniert das Zusammenleben von Menschen nicht dauerhaft mit gegenseitigen Zwängen.

Fazit: Die Nennung von Zwängen ist stets Betrug

Jeder Mensch, der sein eigenes Verhalten damit begründet, dass er selbst gezwungen sei, ist schlicht nicht bereit sich seinem Zwang zu widersetzen.

Jedoch rechtfertigt es nicht, Zwang auf andere Menschen auszuüben, nur weil man selbst gezwungen wird.

Die Ausrede keine Möglichkeit zu haben sich einem ausgeübten Zwang zu widersetzen ist eine frei erfundene, falsche Behauptung: Jeder Mensch hat stets die Möglichkeit sich jedem Zwang zu widersetzen, der auf ihn ausgeübt wird. Er braucht lediglich die Konsequenzen dafür zu tragen. (Dazu sind die meisten nur nicht bereit.)

Entsprechend hat kein Mensch einen Anspruch darauf, auf andere einen Zwang auszuüben. Eigentum, staatliche Gesetze, Verträge, Kompromisse, wissenschaftliche Erkenntnisse und der christliche Glaube sind jeweils frei erfunden und haben damit keine Bedeutung. Auch ein Anspruch auf eigene körperliche Unversehrtheit oder gar zu überleben gibt es nicht.

Wenn jemand aufgrund von Behauptungen einen Vorteil erlangt wird das allgemein als Betrug angesehen. Entsprechend ist es Betrug, wenn ein Mensch behauptet, gezwungen zu sein jemand anderen zu zwingen. Der Betrug liegt darin, zu versuchen den Zwang weiterzugeben und dadurch den Vorteil zu bekommen die Konsequenzen nicht selbst tragen zu brauchen.

Der Vorteil durch diesen Betrug liegt mindestens in der Rechtfertigung des eigenen Verhaltens und damit in der Verdrängung eines möglichen schlechten Gewissens. Aber meist werden Zwänge ausgeübt, um selbst Handlungen zu vollziehen, durch die man von anderen etwas bekommt oder nicht erbringen braucht.

An dem Betrug ändert auch nicht, weil inzwischen fast alle Menschen Zwänge auf andere ausüben und dieses als normal ansehen.