Freunde sorgfältig wählen und sinnvoll nutzen

Jeder von uns glaubt zu wissen, wer seine Freunde sind und wie er mit ihnen umgehen sollte. Jedoch sind uns oft die Gefahren von Freundschaften nicht bewusst.

Jeder braucht Freunde

Wir alle kennen Menschen, die wir mehr mögen, als andere. Wenn diese Zuneigung gegenseitig ist, sprechen wir oft von Freundschaft bzw. wir seien „Freunde“.

Für kleine Kinder ist es erst mal neu, Freunde zu haben. Oft berichten sie stolz darüber. Auch als Erwachsene reden wir häufig von Freunden, meist ist uns jedoch nicht bewusst, was diese sind.

Wir alle brauchen Freunde. Also Menschen, die uns nahe stehen, die wir mögen, bei denen wir uns geborgen fühlen und denen wir vertrauen. Wir leben in einer Welt mit der Illusion, getrennte Wesen zu sein. Entsprechend fühlen wir nicht miteinander verbunden und ein Teil des Ganzen (Gott) zu sein. Daher kommt unser ständiges Verlangen nach Gemeinschaft und Nähe. Auch brauchen wir andauernd Unterstützung von anderen Menschen, weil wie alleine nicht leben können.

Anzahl von Freundschaften

Gerade in unseren ersten Leben als Mensch auf der Erde brauchen wir sehr viel Nähe und Unterstützung von anderen. Meist finden wir sie in welchen, die schon mehrere hinter sich haben und können dadurch von ihrer Erfahrung profitieren. Sie sorgen in dieser Phase für uns, wie sich Eltern um ihre Kinder kümmern.

Je mehr Leben wir als Menschen hinter uns haben, umso eigenständiger werden wir und benötigen entsprechend weniger Freunde. Irgendwann übernehmen wir dann die Rolle, für andere zu sorgen und bieten ihnen Orientierung. Zum Beispiel in Führungspositionen. Das ist mit ein Grund, warum Anführer oft weniger Freunde habe als andere: Sie sind weiter entwickelt und können dadurch eigenständiger sein.

In unserem letzten Leben als Mensch sind wir meist einsam. Dann ist es unsere Aufgabe, uns mit uns selbst zu beschäftigen und uns auf die Wiedervereinigung mit Gott vorzubereiten.

Es gibt nur wenige unter uns, die es schaffen, ohne Freunde glücklich und zufrieden zu sein. Meist haben sie jedoch eine enge Beziehung zu Gott und bekommen dadurch ihr Bedürfnis nach Nähe, Geborgenheit und Gemeinschaft befriedigt. Auch sorgt er für sie durch „Zufälle“, dass alle ihre Belange erfüllt werden.

Die Anzahl unserer Freunde gibt also kein Aufschluss darüber, wie freundlich wir sind. Einige von uns sind absolut unfreundlich, haben aber viele. Andere hingegen sind extrem freundlich, haben jedoch keine.

Probleme, Freundschaft zu erkennen

Oft ist uns nicht bewusst, was Freundschaft ist, wo sie anfängt und wo sie aufhört.

Wenn Kinder gerne und viel miteinander spielen, sprechen wir von Freunden. Allerdings nicht, wenn sie Geschwister sind. Und das, obwohl die Beziehung zwischen ihn genauso sein kann.

Aus zahlreichen Fernsehserien kennen wir Mordermittler, die viel Zeit miteinander verbringen, sehr ähnliche Ansichten haben und gleiche Ziele verfolgen. Auch das ist eine Form von Freundschaft.

Manche Erwachsene verbringen sehr viel Zeit gemeinsam damit zu streiten: zum Beispiel Politiker. Sie haben viel Freude an Streitereien. Diesen können sie nur austragen, weil sie ihr Gegenüber haben, die mit ihnen streiten. Das ist ebenfalls eine Form der Freundschaft.

Probleme, Freundschaft einzugestehen

Teenager empfinden oft Sympathien dem anderen Geschlecht gegenüber. Dabei haben sie am Anfang häufig Probleme zwischen Freundschaft und Beziehung zu unterscheiden. Viele alte Ehepaare leben hingegen noch miteinander, führen aber kein intimes Verhältnis mehr. Zwar bezeichnen sie sich meist weiterhin als „Paar“, aber ihre Beziehung ist teilweise eher eine Freundschaft.

Richter und Staatsanwälte verfolgen häufig sehr ähnliche Ziel: die, die der Staat vorgibt. Sie verbringen viel Zeit miteinander und kennen sich gut. Um jedoch das zu tun, was sie vorgeben, können sie keine Freundschaft eingestehen. Sie müssen dafür diese Beziehung leugnen.

Die meisten Bürger sind sehr froh, dass es Polizisten gibt und bezahlen freiwillig deren Lebensunterhalt (in Form von Steuern). Als Freundschaft bezeichnen wir diese Beziehung jedoch nicht. Hingegen gibt es Gläubige, die Mönchen ihr Leben finanzieren und froh sind, dass diese für sie beten. Hier fällt es uns deutlich leichter, von Freundschaft zu sprechen, obwohl es letztlich dasselbe ist.

Uns allen ist sehr wichtig, was wir über uns selbst und über andere Menschen denken. Entsprechend sind wir oft nicht bereit von „Freunden“ zu sprechen, weil wir bestimmte Eindrücke in uns und unseren Mitmenschen erzeugen oder vermeiden wollen.

Täuschungen Freunden gegenüber

Die Wirtschaft suggeriert uns, sie sei unser Freund: zum Beispiel in der Werbung. Aber meist will sie nur unser Geld. Sie täuscht uns also.

Jeder von uns will Freunde haben und bemüht sich mehr oder weniger anderen zu gefallen. Schon im Kindergarten lernen wir, wenn wir mit anderen unsere Schokolade teilen, spielen sie lieber mit uns. Das kann genauso eine Täuschung sein.

Liebe ist die Bereitschaft, alles zu geben, ohne etwas zu erwarten. Wenn wir andere Menschen lieben, dann mögen sie oft auch uns. Entsprechend schwer ist die Trennung zwischen Liebe und vorsätzlicher Täuschung.

Wir können uns auch vollkommen anderen aufopfern, wie zum Beispiel Mutter Teresa das tat. Allerdings ist das keine Liebe zu sich selbst, die genauso wichtig wie die Liebe zu anderen ist. Entsprechend ist so ein Verhalten ebenfalls eine Täuschung. Mindestens sich selbst gegenüber.

Nutzen von Freunden

Freunde geben uns das Gefühl der Gemeinschaft. Wir fühlen uns nicht einsam, wenn wir von vielen Menschen umgeben sind, die uns ähnlich sind, gleiche Interessen und Ansichten haben.

Gemeinsam mit unseren Freunden können wir viele Herausforderungen des Lebens meistern. Zum Beispiel früher das Jagen größerer Tiere der heute die Erlangung von politischen Zielen.

Entsprechend abhängig sind wir, Freunde zu haben. Aber wir lernen auch viel von und mit ihnen. Gegenseitig sprechen wir über unsere Probleme und suchen gemeinsam nach Wegen, ihnen zu begegnen. Aber oft schauen wir uns bei unseren Freunden schlicht vieles ab und werden dadurch reifere Menschen.

Gefahren von Freunden

Mit unseren Freunden besprechen wir unsere Ansichten und Ziele. Wenn wir schlechte Menschen als Freude haben, laufen wir Gefahr, auch solche zu werden.

Heute gibt es auf der Erde viele Probleme, die wir selbst verursacht haben: Streit, Kriege, Umweltzerstörung, Klimawandel usw.. Sie sind entstanden, weil wir uns gegenseitig darin bestätigt haben, unsere Lebensweise sei richtig oder zumindest akzeptabel. Nur langsam erkennen wir unseren diesbezüglichen Irrtum.

Weil wir alle egoistisch sind, glauben wir, es sei notwendig, so zu sein. Anschließend entscheiden wir oft entsprechend (lieblos und verantwortungslos). Jedoch schaden wir damit letztlich uns selbst, weil wir anschließend anderen Menschen begegnen, die sich uns gegenüber egoistisch verhalten. Das können wir nicht vermeiden, weil Gott unser Leben so gestaltet hat, dass wir oft Spiegelbilder von uns treffen.

Unsere Demokratie ist dafür das beste Beispiel: Menschen kamen auf die Idee, es sei richtig andere zu bevormunden, erpressen und Gewalt gegen sie anzuwenden. Im Laufe der Jahrtausende hat sich dieser Gedanke bis hin zu unserer heutigen Gesellschaft weiterentwickelt: Wir leben in ständigem Streit und Krieg miteinander.

Genaugenommen ist die Demokratie jedoch schlicht eine Freundschaft: Menschen (Bürger) entscheiden sich, sich anderen (Staatsdiener) zu unterwerfen. Dabei bekommt derjenige den größten Einfluss, der die meisten Freunde (Wähler) hat. Die meisten anderen tun anschließend aus Freundschaft das, was er (Staatsoberhaupt) sagt. Das nutzt dieser aus, um alle Menschen zu erpressen (Gesetze zu erlassen) und gegen dritte (Ausländer) Kriege zu führen. (Wir brauchen uns dem Staat nicht zu beugen. Wir müssen lediglich die Konsequenzen davon tragen, uns ihm zu widersetzen.)

Unsere verantwortungslose Art, mit unserer Umwelt umzugehen, schauen wir uns voneinander ab und zerstören damit gemeinsam unsere eigene Lebensgrundlage. Auch diese Gemeinsamkeit ist eine Freundschaft, weil wir uns einander das Gefühl geben, dieses sei akzeptabel und damit unser schlechtes Gewissen besänftigen.

Missbrauch von Freundschaften

Die Anzahl unserer Freunde, also Menschen, die ähnlich denken und handeln wie wir gibt keinen Aufschluss darüber, ob unser Verhalten sinnvoll ist. Zwar bestärken wir uns gegenseitig, richtig zu leben, aber unsere Lebensweise offenbart, dass wir oft falsch entscheiden: Wir kämpfen ständig mit- bzw. gegeneinander und zerstören unsere eigene Lebensgrundlage (unsere Gesundheit und die Umwelt).

Das zeigt, dass wir unsere Freunde schlicht missbrauchen, unsere falsche Lebensweise zu rechtfertigen oder zumindest unser eigenes Verhalten nicht infrage zustellen.

Sinn unseres Lebens ist, dass wir lernen, selbstständig zu werden. Das können wir nur, wenn wir unabhängig von Freunden entscheiden. Solange wir uns zum Beispiel in Staaten organisieren, missbrauchen wir unsere Freunde (Mitbürger) für unsere eigene Faulheit selbst zu entscheiden oder unsere egoistischen Ziele gemeinsam Vorteile zu erlangen.

Auch sollten wir nur sehr sorgfältig auf die Ansichten und Ratschläge derer hören, die behaupten etwas besser zu wissen oder zu können als wir. Also zum Beispiel die Wissenschaft, Experten, Kirchen oder dem Staat. Wenn wir uns von ihnen unsere Entscheidungen abnehmen lassen (indem wir ihnen gedankenlos folgen) missbrauchen wir sie, um selbst weniger auszuprobieren und entscheiden zu brauchen.

Letztlich sind alle Ausbildungsgrade und Machtpositionen nur Ausdruck viele Freunde zu haben. Sie geben aber kein Hinweis auf die Relevanz der Ansichten oder Lebensweisen derer, die sie haben. Selbst ein möglicher Erfolg ist kein Beweis ihrer Kompetenz.

Jedoch geben wir ihnen Macht, indem wir ihnen zuhören und folgen. Oft treibt sie dieses in den Wahn etwas Besseres zu sein oder das Leben besser zu verstehen. Fast immer werden sie dadurch selbstherrlich und ignorant, also lieblos. Wir bringen sie dazu, indem wir sie beachten und Äußerungen missbrauchen, um Vorteile für uns zu erlangen.

Segensreiche Freundschaften

Da Freunde gefährlich für uns sind und wir sie missbrauchen können, sollten wir achtsam miteinander umgehen.

Zum Beispiel sollten wir uns reiflich Gedanken machen, welchen Menschen wir vertrauen und welche ihrer Äußerungen wir für unsere eigenen Entscheidungen berücksichtigen. Wir sollten uns dabei nicht von Titeln oder Ausbildungsgraden blenden lassen. Sie sind nur Ausdruck dessen, was andere Menschen über sie gedacht haben.

Natürlich wollen wir Freundschaften pflegen, um unser Gefühl der Einsamkeit zu reduzieren. Aber dabei sollten wir auch darauf achten, ob die von uns gewählten Freunde uns und wir ihnen guttun. Nur wenn beides gegeben ist, sollten wir Kontakt mit ihnen pflegen.

Freundschaften sind gut, wenn alle voneinander lernen und aneinander helfen selbstständiger zu werden.

Natürlich können wir nicht alles alleine in unserem Leben bewerkstelligen. Ein Bäcker kann Brot backen und ein Schlachter die Wurst herstellen. Für eine ausgewogene Ernährung brauchen sie einander. Aber es ist die Aufgabe beider, eigenständig zu wählen, von wem sie ihre Nahrung beziehen. Einerseits müssen sie dabei darauf achten, selbst gute Lebensmittel zu erhalten und anderseits darauf, ob sie deren Lebensweise unterstützen möchten.

Genauso ist es unsere Verantwortung, eigenständig zu wählen, von wem wir uns bei unseren Entscheidungen beraten lassen. Wir sollten also nicht einfach die Medikamente schlucken, die uns ein allgemein anerkannter Arzt empfiehlt. Vielmehr sollten wir zuvor selbst herausfinden, ob er und seine Äußerungen gut für uns sind.

Wenn wir eigenständig denken und fühlen, sind uns die Ansichten unserer Freunde egal. Wir machen dann schlicht das, was wir für richtig halten. Dabei sollten wir Gott vertrauen, dass er uns zuvor gelehrt hat, was er für gut hält. Auch brauchen wir ihn, damit er uns vor falschen Freunden schützt. Alleine können wir beides nicht.

Liebe ist stärker als Freundschaft

Erst wenn wir viele vorherige Leben absolviert haben und innerlich stark sind, haben wir die Kraft, selbst das richtige zu tun, während wir von schlechten Menschen umgeben sind.

Um in Frieden zu leben, müssen wir auch bereit sein, auf Freunde zu verzichten. Wir können nicht Gemeinschaft mit schlechten Menschen pflegen und erwarten dabei glücklich zu sein.

Entsprechend kann es notwendig sein, uns von einigen oder gar allen Freunden zu trennen, wenn wir den Wunsch haben in Frieden zu leben.

Solange wir Gemeinschaft mit schlechten Menschen pflegen, suggerieren wir ihnen ungewollt unsere Zustimmung für ihre Art zu entscheiden. Dann kann es Ausdruck von Liebe sein, dass wir uns von ihnen zurückziehen, auch wenn wir dadurch das Risiko eingehen eine Zeit, einsam zu sein.

In unserer möglichen Einsamkeit haben wir Gelegenheit, uns selbst und Gemeinschaft zu Gott zu finden. Wenn wir uns auf ihn einlassen, wird er uns in dieser Zeit verändern und uns anschließend geben, was wir brauchen. Dazu gehören dann auch neue Freunde.

Indem wir uns auf diesen Prozess einlassen, können wir unseren Mitmenschen gegenüber bessere Gefährte werden, als wenn wir weit mit schlechten von ihnen Gemeinschaft pflegen. Jedoch verändern wir uns nur, wenn wir in dieser Zeit der Einsamkeit lernen sie zu schätzen, ihnen zu dienen und ihnen ein Vorbild zu sein.

Dazu gehört auch, dass wir üben, unsere Feinde zu lieben und sie ebenfalls als unsere Freunde betrachten und behandeln. Obwohl sie sich uns gegenüber oft falsch verhalten, sind sie doch unsere Brüder und Schwester (Kinder Gottes). Wir können nur reifen, wenn sich welche von ihnen uns gegenüber schlecht benehmen. Genau dafür sollten wir sie lieben, dass sie uns diesen Dienst erweisen.

Daher sind unsere Feinde letztlich unsere Freunde, da sie uns helfen zu reifen. Oft sind unsere schlimmsten menschlichen Feinde gleichzeitig die engsten Freunde auf der Ebene unserer Seele. (Die Seele ist der Teil, der sich als Mensch in zahlreichen Leben auf die Erde begibt um Erfahrungen zu machen.)

Wenn wir schaffen unsere Feinde zu lieben und uns auf Gott verlassen für uns zu sorgen, finden wir Frieden: erst inneren und anschließend äußeren.