Nils‘ Weg
… ein neuer Weg zu Frieden und Wohlstand. Oder der einzige dorthin?
Nils‘ Weg
… ein neuer Weg zu Frieden und Wohlstand. Oder der einzige dorthin?

Vermeidung von Höflichkeit schafft Nähe

Wir Menschen haben ein höfliches Verhalten untereinander etabliert, aber dieses führt zu Problemen. Indem wir es vermeiden, verläuft unser Leben friedlicher.

ca. 9 Minuten Lesedauer

Die Verwendung von Höflichkeitsformen in der Kommunikation

Wir Menschen begegnen uns häufig und kommunizieren dabei auch oft miteinander. Entsprechend haben wir hierbei viele Möglichkeiten miteinander umzugehen.

In der westlichen Welt haben wir Formen etabliert, die jedem Einzelnen von uns ersparen, sich jedes Mal neu zu überlegen, wie wir uns unserem Gegenüber zeigen.

Lange Zeit war es zum Beispiel üblich, dass wir aufeinander zugegangen sind und die Hände geschüttelt haben.

Verbal sprechen wir uns im deutschsprachigen Raum dabei meist mit dem Namen und Titeln an.

Für männliche Gegenüber verwenden wir „Herr“ und für weibliche „Frau“ in der direkten Ansprache und ergänzen diese mit der Nennung des Nachnamens. Wenden wir uns hingegen an eine größere Menge von Menschen steigern wir unsere Form in „Sehr geehrte Damen und Herren“.

Um in Gesprächen oder Briefen einzelne Personen direkt anzusprechen verwenden wir die Wörter „Du“, wenn uns die Person nahesteht, aber meist „Sie“ für die die übrigen Menschen.

Grammatikalisch ist das „Sie“ jedoch ein Fehler. Es drückt die dritte Person Plural aus, obwohl wir eine zweite Person Singular ansprechen. Wenden wir uns an mehrere Personen gleichzeitig, verwenden wir „Ihr“ oder ebenfalls „Sie“. Letzteres ist sprachlich deplatziert.

Wir verwenden auch Titel, die Dritte irgendwann in der Vergangenheit frei erfunden und vergeben haben, um sich wichtig zu machen. Zum Beispiel reden wir viele Ärzte mit „Herr Doktor“ und Richter des Staates mit „Euer Ehren“ an.

Die Titel und falschen Anreden verwenden wir, um einander Höflichkeit zu zeigen. Dabei versuchen wir unser Gegenüber aufzuwerten und Respekt zu zeigen. Wir versuchen sie damit also zu beeinflussen.

Abgesehen von diesem Bemühen macht Höflichkeit keinen Sinn.

Vorteile durch die Verwendung von Höflichkeitsformen

Oft verfolgen wir in unserer Kommunikation miteinander bestimmte Ziele. Ganz banal wollen wir meist zunächst einen friedlichen Umgang, damit wir einen entspannten Moment genießen können.

Hierfür ist es hilfreich, dass wir uns bereits im ersten Moment unserem Gegenüber unterwerfen. Damit nehmen wir ihm jegliche Angriffslust uns gegenüber, weil er sofort bekommt, was ihm wichtig ist: seine Ansicht über das Verhältnis zwischen uns.

Wenn wir jemand mit „Herr“ ansprechen drücken wir aus, ihn als wichtig und bedeutend zu betrachten. Früher wurde dieser Ausdruck für Männer in einem gehobenen Stand verwendet. Mit unserer Anrede „Hallo Herr Müller“ zeigen wir ihm also, ihn einem solchen zuzuordnen.

Gleichzeitig ersparen wir ihm damit die Mühe, uns zu zeigen, dass wir aus seiner Sicht ihm gegenüber minderwertig sind. Er verzichtet entsprechend uns zu demütigen, was für uns unangenehm wäre.

Unsere Anrede mit „Sie“ statt mit „Du“ zeigt ihm, dass wir uns ihm unterwerfen. Mit der Verwendung eines Titels verstärken wir dieses zusätzlich.

Unser Vorteil hiervon liegt darin, dass wir seine Ansicht etwas Besonderes und damit wertvoll zu sein bekräftigen.

Dadurch können wir von ihm einfacher etwas bekommen, weil wir ihn zur Annahme verleitet haben mehr zu sein als wir und entsprechend etwas abgeben zu können. Mindestens sein Wohlwollen uns gegenüber.

Allerdings haben wir genauso das Bedürfnis, als etwas Besseres angesehen zu werden, und freuen uns entsprechend auch, wenn wir mit entsprechend angesprochen werden. Die Wahrscheinlichkeit dafür erhöhen wir deutlich, wenn wir selbst das „Sie“ oder Titel anderen gegenüber verwenden.

Entsprechend bestätigen wir heute meist alle gegenseitigen unseren Wert bzw. Bedeutung und bekommen dadurch Vorteile.

Nachteile von Höflichkeitsformen

Da wir durch unsere Verwendung von Anreden und Titeln andere Menschen unsere Unterwürfigkeit zeigen können sie uns diese glauben. Dadurch geraten sie in die Versuchung sich als etwas Besseres anzusehen und uns daraufhin als minderwertig schlecht zu behandeln. Wenn sie ihr erliegen, bekommen wir also zwangläufig Nachteile.

Die abwechselnde Verwendung von „Du“ und „Sie“ in gegenseitigen Anreden führt bei uns dazu, dass wir uns ständig entscheiden müssen welche wir im Einzelfall verwenden wollen. Wir müssen also stets überlegen, wie unser Verhältnis ist und in welcher Umgebung wir uns begegnen. Zum Beispiel bieten wir uns teilweise beim Feiern von Festen das „Du“ an, müssen aber anschließend wieder respektvoll zusammenarbeiten.

Die Verwendung von „Sie“ führt teilweise zu Missverständnissen. Zum Beispiel, wenn wir erst über eine Frau sprechen und anschließend zu unserem Gegenüber sagen: „Gestern habe ich sie getroffen“. Damit ist unklar, ob wir der Frau oder ihm begegnet sind.

Heute gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Titel und oft kommen neue hinzu. Es ist schlicht aufwendig und mühsam für uns, uns für jeden einzelnen Menschen dessen zu kennen und ständig an ihre Verwendung zu denken.

Um die inzwischen zahlreichen Höflichkeitsformen verwenden zu können, müssen wir sie zunächst lernen. Dieses ist aufwendig, dauert lange und nimmt uns Kapazitäten etwas Sinnvolles zu lernen.

Heute glauben wir Ansprüche darauf zu besitzen, höflich behandelt zu werden. Damit halten wir andere Menschen davon ab, uns offen unsere eigenen Fehler zu nennen. Dadurch erkennen wir sie nicht und verfallen dem Wahn fehlerfrei zu sein.

In jedem Fall schaffen wir mit ihnen jedoch Distanz zwischen uns Menschen, weil wir uns mit ihrer Hilfe voneinander unterscheiden. Wir sind also nicht mehr gleich, was wir als Distanz empfinden. Da wir alle aber unter der Trennung untereinander leiden verstärken wir unser eigenes Leid durch die Verwendung von Höflichkeitsformen.

Das Wesen von Höflichkeitsformen

Wir Menschen haben uns alle Höflichkeitsformen ausgedacht, um damit einander zu beeinflussen, weil wir bestimmte Ziele verfolgen.

Hierfür spielen wir unserem Gegenüber etwas Unnatürliches vor. Dieses können wir als Schauspiel oder schlicht als Lüge betrachten, da wir in jedem Fall mit ihrer Verwendung nicht unsere richtigen Ansichten und Emotionen ausdrücken.

Einen Sinn hat die Verwendung von Titeln schon deshalb nicht, weil diese meist von Dritten vergeben wurden, die sich selbst als Experte betrachtet haben. Jedoch kann niemand seine entsprechende Qualifikation für die Vergabe von Titeln nachweisen und somit sind sie stets fragwürdig und drücken nur dessen persönliche Ansicht aus.

Ausgedacht wurden Höflichkeitsformen, wie der Name bereits erkennen, lässt bei Hofe. Also von Menschen, die sich selbst für etwas Besseres hielten und bereits deutlich distanziert haben. Durch ihre Verwendung wollten sie ihre Distanz untereinander aufrechterhalten.

Auch heute werden sie überwiegend von Menschen als wichtig betrachtet, die versuchen sich über andere zu erheben. Entsprechend demütigen sie andere Menschen durch ihre Verwendung. Meist allerdings, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Daher führen Höflichkeitsformen nie zu Liebe. Vielmehr wird mit ihrer Hilfe dauerhaft Distanz aufrechterhalten, die das Gegenteil von Verbundenheit als Teil der Liebe ist.

Meist versuchen Menschen, die sich distanzieren etwas zu verbergen und damit Geheimnisse zu haben. Diese bestehen mindesten in ihrer falschen Annahme, etwas Besseres zu sein. Sie wünschen sich keine Gemeinschaft in Gleichberechtigung, sondern stets eigene Macht.

Jedoch halten Höflichkeitsformen niemand davon ab, sich anderen gegenüber abfällig zu verhalten. Zum Beispiel zeigen sich Unternehmen ihren Kunden gegenüber sehr höflich, versuchen jedoch ständig, diese auszutricksen und auszubeuten. Der Staat versucht es mit viel Distanz, um sich von seinen Bürgern bedienen zu lassen. Den Kirchen sind ihre Gläubiger weitgehend egal, sie wollen sich nur selbst feiern.

Gründe für die Verwendung von Höflichkeitsformen

Wir Menschen haben ständig das Bedürfnis, Vorteile zu erlangen und Nachteile für uns zu vermeiden. Höflichkeitsformen als Lügen helfen uns hierbei.

Zu ihrer Verwendung verführt uns unser Ego. Das ist der Teil von uns, der uns ständig dazu bringt, an uns und unsere eigenen Ziele zu denken und die Trennung unter uns zu verstärken.

Hierzu verspricht es uns jeweils Lügen und Distanz hätten keine negativen Konsequenzen für uns.

Gott hat uns dieses Ego bei seiner Erschaffung von uns absichtlich gegeben, damit wir auf möglichst vielfältige Weise etwas ausprobieren und anschließend die Erfahrung machen, wie dieses ist. Entsprechend ist es die Voraussetzung, damit wir den Sinn unseres Lebens erfüllen können.

Daher ist es kein Fehler von uns, wenn wir egoistisch sind. Auch keiner von Gott. Es ist schlicht die Voraussetzung, um unseren Sinn erfüllen zu können: Erfahrungen machen, um uns selbst zu erkennen und eigenständig zu werden.

Frieden erlangen durch Verzicht auf Höflichkeitsformen

Höflichkeitsformen sind wie beschrieben vorrangig Lügen zur Schaffung von einseitigen Vorteilen sowie von Distanzen.

Indem wir sie einsetzen, geraten wir zwangsläufig an Dritte, die sich uns gegenüber genauso verhalten. Dieses können wir nicht verhindern, weil wir als Menschen zwangsläufig Spiegelbildern von uns begegnen. Meist nicht sofort und teilweise auch erst in einem anderen Leben unserer Wiedergeburt. Gott das Leben auf der Erde auf diese Weise gestaltet, damit wir uns selbst erkennen und eigenständig herausfinden, was falsch ist.

Entsprechend gelangen wir weniger an Menschen, die uns belügen und übervorteilen, wenn wir auf Höflichkeitsformen verzichten. Dadurch wird unser Leben friedlicher.

Indem wir uns von anderen nicht mehr distanzieren erlangen wir mehr Gemeinschaft. Durch unsere Verwendung des jeweiligen Vornamens drücken wir zusätzlich Nähe aus. Er ist persönlicher, als der Nachname, denn diesen nutzen mehrere Menschen im engeren Umfeld. Nahestehende Menschen zu bekriegen ist deutlich schwerer Menschen als entfernt stehende. Entsprechend wird unser Leben friedlicher, wenn wir Distanzen abbauen.

Durch unseren Verzicht auf Höflichkeitsformen entspannen wir, weil wir nicht ständig ihre vielen Ausprägungen berücksichtigen müssen. Stattdessen können wir dann direkt unsere Gefühle füreinander ausdrücken. Dadurch stauen wir weniger Aggressionen an, die wir ansonsten oft irgendwann nicht mehr beherrschen und dann andere heftig angreifen. Dieses führt meist zu einer Form von Krieg.

Zusätzlich lernen wir durch Ausdruck unserer Gefühle, diese und damit uns besser kennen. Auch dieses ist Ziel unsers Lebens. Je freiwilliger wir dieses tun, umso mehr ersparen wir Gott, uns hierzu zu drängen. Dieses ist ansonsten meist mit Leid für uns verbunden, weil wir Menschen ohne Druck kaum bereit sind, uns selbst zu verändern. Ohne diesen Druck von Gott wird unser Leben ebenfalls friedlicher.

Indem wir anderen Menschen direkt unsere Gefühle zeigen, helfen wir ihnen, ihre Fehler zu erkennen und zu überwinden. Falls sie dieses tun, wird unser Leben nochmals friedlicher.

Letzte Änderung:

erforderlich

erforderlich